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Das Tiefbauamt tüftelt an den Strassen der Zukunft

  • Das Tiefbauamt tüftelt an den Strassen der Zukunft
    Das Tiefbauamt tüftelt an den Strassen der Zukunft (Bild: Stadt Bern)
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    Das Tiefbauamt tüftelt an den Strassen der Zukunft (Bild: Stadt Bern)
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    Das Tiefbauamt tüftelt an den Strassen der Zukunft (Bild: Stadt Bern)
2022-09-29 17:05:04
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Quelle: Stadt Bern

Weniger Lärm und Energieverbrauch, mehr Versickerung: Das Tiefbauamt hat für seine innovativen Ideen im Strassenbau den städtischen Nachhaltigkeitspreis für Mitarbeitende gewonnen, wie die Stadt Bern berichtet.

René Lutz stellt das ausgezeichnete Projekt vor.Wir haben uns bewusst als gesamtes Tiefbauamt beworben. Somit sollten alle etwas haben vom Gewinn.

Unsere Geschäftsleitung werde sicher eine gute Idee haben.Sie haben als Team Lösungen für eine nachhaltige Ausstattung der öffentlichen Strassenräume der Stadt Bern entwickelt. Das tönt kompliziert.

Wie müssen wir uns das vorstellen, wie sieht das konkret aus?Wir möchten erreichen, dass chaussierte, bekieste Flächen ohne Belag auch in der Stadt möglich sind. Wo Wasser bei Regen versickern kann, könne es bei Sonnenschein auch verdunsten.

So muss weniger Regenwasser abgeführt werden und bei der Verdunstung werde Wärme absorbiert und die Luft befeuchtet.Auf Teststrecken seien Lärmreduktionen von bis zu sieben Dezibel erzielt worden, was den «hörbaren Verkehr» um 75 Prozent senkt. Wo findet man diese Teststrecken – fahre ich da theoretisch jetzt schon mit meinem Auto drüber?An der Bottigenstrasse haben wir mit den neuartigen Belägen zu Beginn sogar Werte von -7,4 Dezibel erzielt.

Minus 3 dB entsprechen der Halbierung der hörbaren Verkehrsmenge und müssen laut Gesetz erreicht werden, damit ein Belag als lärmarm gilt. Wir haben mit unseren getesteten Belägen bewiesen, dass eine grössere Lärmreduktion möglich ist.

Derzeit gibt es in der Stadt Bern über 30`000 Quadratmeter lärmarme Beläge – etwa beim grossen Muristalden, auf der Kornhausbrücke und im «nöie Breitsch». Weitere seien in der Planung.Bei der Herstellung von ökologischen Belägen sparen Sie etwa 30 Prozent der Energie ein, die Sie benötigen, um «normale» Beläge herzustellen.

Wie schaffen Sie das – sei das ein spezielles Verfahren?Es gibt sogenannte Niedertemperatur-Beläge, die bei 110-120 Grad Celsius gemischt werden. Herkömmlicher Belag erfordert Temperaturen von etwa 160 °C.

Dadurch können im Werk bis zu einem Drittel der Herstellungsenergie eingespart werden. Zur Nachhaltigkeit trägt auch die Verwendung von Ausbauasphalt wesentlich bei.

Denn unsere Deponien seien voll – den Altbelag zu entsorgen, kostet gleich viel wie neuen Belag zu besorgen. Im Ausbauasphalt befinden sich noch qualitativ hochwertige Gesteinsmischungen.

Um den Stoffkreislauf zu schliessen, solle der Ausbauasphalt also möglichst recycliert werden. Durch die Produktion bei tieferen Temperaturen und der Beimischung von Altbelag schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir sparen Energie ein und entlasten die Deponien.Wir haben bereits heute für jede Belagssorte den Mindestanteil von Ausbauasphalt definiert, wollen aber künftig noch weiter gehen.

Dazu haben wir Tests im Labor durchgeführt. Im Frühling 2023 werden wir ökologische Beläge dann in der Bottigenstrasse in der Praxis testen.

Beläge auf der Basis von Niedertemperatur und kombiniert mit sehr hohem Anteil von Ausbauasphalt haben wir an der Melchtalstrasse und an der Winterholzstrasse bereits eingebaut. An der Winterholzstrasse haben wir zusätzlich die neuartigen Fasern aus Basalt verwendet, die in der dritten Phase noch näher untersucht werden.

Das Lavagestein habe bei der Zugfestigkeit bessere Eigenschaften als Stahl, sei korrosions- und hitzebeständig. Es kommt zudem in grossen Mengen natürlich vor und sei im Preis sehr günstig.Uns sei es wichtig, transparent zu sein und unser Umfeld an unseren Erkenntnissen teilhaben zu lassen.

Wir arbeiten momentan weiter an den ökologischen Belägen. Die Phase 3, optimaler Schichtverbund bei Belagsbewehrungen, Sickerbeläge, Basalt im Strassenbau, werde uns bis 2024 beschäftigen.

Für diese Phase besteht bereits ein Entwurf für den Dienstleistungsvertrag mit der Berner Fachhochschule BFH. Der Forschungskredit von 250`000 Franken habe es erst möglich gemacht, dass wir seit 2020 einige innovative, neuartige und nachhaltige Ideen testen und analysieren konnten.

2024 werde dieser Kredit ausgeschöpft sein. Wir hoffen, dass mit den Erkenntnissen der Strassenbau in der Stadt Bern den aktuellen Bedürfnissen und Umständen angepasst werden kann.

Um auch in der Zukunft mit innovativen und nachhaltigen Lösungen die wichtige Infrastruktur zu pflegen und zu erhalten, hoffen wir, dass wir die zuständigen Instanzen überzeugen können, wieder Gelder für die Forschung zu sprechen..

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