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Ramponierte Schranken, lange Finger und nackte Wiederholungstäter*innen

  • Ramponierte Schranken, lange Finger und nackte Wiederholungstäter*innen
    Ramponierte Schranken, lange Finger und nackte Wiederholungstäter*innen (Bild: Stadt Bern)
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    Ramponierte Schranken, lange Finger und nackte Wiederholungstäter*innen (Bild: Stadt Bern)
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    Ramponierte Schranken, lange Finger und nackte Wiederholungstäter*innen (Bild: Stadt Bern)
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    Ramponierte Schranken, lange Finger und nackte Wiederholungstäter*innen (Bild: Stadt Bern)
2022-09-30 07:05:03
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Quelle: Stadt Bern

Heute Freitag endet im Eichholz die Camping-Saison, wie die Stadt Bern schreibt.

Damit geht eine aufregende Zeit zu Ende – nicht nur für die Gäste, sondern auch für den neuen Campingwart Sebastian Geissel. Die MAZ habe ihn mitten im Hochsommer besucht.«Fürio, es Papierli brännt» – es sei ein steiler Einstieg in den Morgen mit Sebastian Geissel, Campingwart im Eichholz und gut am blauen T-Shirt mit der Aufschrift «Sport Stadt Bern» zu erkennen.

Geissel dreht gerade mit der einen Hand den Gasherd im Küchenbereich zu, mit der anderen löscht er einen kleinen Brand mit Wasser vom Hahn. Kurz zuvor haben zwei Kinder Teewasser gemacht.

Da der Henkel des Topfs zu heiss ist, um mit blossen Händen anzufassen, nimmt eines der Kinder ein Papiertuch zur Hilfe. Nur, die Flamme des Gasherds sei noch an und das Papier fängt Feuer.

Zum Glück sei nichts passiert.Dasselbe habe Sebastian Geissel wohl nicht gedacht, als kurz vor dem MAZ-Besuch Mitte August Gäste mit ihrem Camper die ganze Barriere ausgerissen haben. Das habe er bereits mit der Versicherung geregelt und die neue Schranke stehe schon, erzählt er ganz unaufgeregt beim Gespräch, das in der Rezeption stattfindet.

Als Campingwart wird’s einem nicht so schnell langweilig. Schon im nächsten Augenblick klopft es an der Tür.

Ein Camper streckt den Kopf herein: Seine Brieftasche sei weggekommen. «Das sei leider nicht das erste Mal diesen Sommer.

Wir hatten bereits drei Vorfälle», so Geissel, als der Kunde wieder weg ist. «Ich muss heute Nachmittag mit der Polizei schauen.» Einen der Täter hätten sie in flagranti erwischt.

Der habe mehrere Zelte aufgeschlitzt und die Gäste ihrer Handys, Portemonnaies und Wertsachen entledigt.Sebastian Geissel habe den Job als Anlagechef im Camping Eichholz ganz neu in diesem Jahr übernommen. Er sei ursprünglich gelernter Automechaniker – und auch einige Jahre auf diesem Beruf geblieben.

Bis er gemerkt hat, dass es Zeit für eine neue Herausforderung ist. Danach habe er drei Sommer lang als Bademeister in der Ka-We-De gearbeitet und im Winter sei er in die Unterhaltsequipe des Sportamts gekommen, erzählt Geissel weiter.

Schlussendlich sei er zum Team des Campings Eichholz gestossen und Stellvertreter des damaligen Campingwarts Beat Müller geworden. Müller sei dieses Jahr nach über 30 Jahren im Amt in Pension gegangen und habe das Zepter vollständig an Geissel übergeben.

Er könne sich keinen besseren Beruf wünschen, so Sebastian Geissel. «Ich habe einen Traumjob, der mir sehr grosse Freude macht.»Neben den administrativen Aufgaben wie der Gesamtabrechnung oder der Einsatz- und Ferienplanung kümmert sich Sebastian Geissel um alles was anfällt, putzt WCs und Duschen und flickt, was gerade geflickt werden muss.

Und ab und zu sei er auch Campingtherapeut, lacht der 31-Jährige. Er habe ein offenes Ohr für seine Gäste und höre zu, wenn sie ihm von ihren Problemen erzählen oder sich abreagieren wollen.

Die freundliche Art kommt bei den Camper*innen im Eichholz gut an – der Campingwart erhält ein aufgestelltes Hallo hier und ein fröhliches Winken dort.Von aussen wirkt der Camping Eichholz morgens um 7.30 Uhr noch ruhig, fast gespenstisch. Dass der Schein trügt, merken Beobachter*innen, sobald sie das Gelände betreten.

Hinter den sanitären Anlagen erfüllen die Camping-Gäste im Küchenbereich ihre morgendlichen Pflichten – Wasser kochen, Kaffee brühen oder bereits wieder abwaschen. Nicht nur dort herrscht ein reges Treiben, sondern der ganze Campingplatz scheint in Bewegung zu sein: Zmorge essen, spielen oder Gassi gehen.Für die Morgenrunde müssen die Hündeler*innen nicht weit – der Aareweg sei von der Rezeption aus nach wenigen Minuten erreicht.

Ein kleines Paradies für die Besucher*innen und ihre Vierbeiner gleichermassen. Dass es den Zweibeinern manchmal schon fast ein wenig zu wohl im Eichholz ist, beweist eine Frau, die komplett nackt dem Ufer entlangläuft.

Sie wolle ein Stück weiter oben doch nur ein wenig Tai Chi praktizieren, erklärt sie, als Sebastian Geissel sie anspricht, dass es verboten sei, ganz ohne Kleider herumzulaufen. Nach einer kurzen Diskussion dreht sie sich um und watschelt enttäuscht zu ihren Kleidern.

«Sie werde es sicher wieder machen – wir haben sie bereits zweimal darauf hingewiesen», sagt Geissel in einer Seelenruhe. Es scheint, als bringe ihn nichts aus dem Konzept.

Er erklärt: «Man muss ein dickes Fell in diesem Job haben, sonst geht man kaputt.» Ausserdem suche er nicht den Konflikt. Er weise nachdrücklich auf die Regeln hin, aber schlussendlich sei er nicht Polizist.Geissel selbst sei in seiner Freizeit oft Teil des bunten Treibens im und um den Campingplatz.

«An der Aare könne ich mich erholen.» Im Gegensatz zu vielen Berner*innen lasse er sich aber nicht vom Eichholz ins Marzili treiben, sondern läuft lieber einen halben Kilometer flussaufwärts und springt dort ins Wasser. Das mache er auch im Winter – dann sei es zwar kein Schwimmen mehr, sondern einfach ein Reinhocken. Weit zum Aufwärmen habe er danach nicht: Er wohnt gleich beim Campinggelände in einem Haus.

Zusammen mit einem guten Kumpel habe er dort letztes Jahr eine WG gegründet.«50 bis 55 Camper haben auf dem Gelände Platz – wenn wir ‹bigele›», sagt Geissel. Dazu kommen 200 bis 250 Zelte.

Dann würde es langsam eng. Das komme vor allem im Hochsommer oder während grosser Events wie dem Gurtenfestival – da seien etwa 1300 Personen auf dem Camping – vor.

Meistens sei es aber trotz der vielen Leute friedlich. Nur, wenn`s dazu noch extrem heiss ist, gibt`s ab und zu Reibereien.

«Dann erhitzen sich die Gemüter schnell einmal wegen Kleinigkeiten», erzählt Geissel. Sobald die Temperaturen sinken, löse sich das von allein auf und der Campingplatz leere sich schnell wieder.Offiziell endet die Camping-Saison am 30. September.

Für Gäste, die zwischen Oktober und April im Eichholz übernachten wollen, stehen ausserhalb des Campingplatzes Stellplätze für Camper zur Verfügung. Sanitäre Anlagen habe es ebenfalls.

Die Mitarbeitenden des Campings Eichholz übernehmen in den kalten Monaten andere Aufgaben im Sportamt. Sie helfen in der Ka-We-De oder im Weyerli aus und sitzen unter anderem an der Kasse der beiden städtischen Kunsteisbahnen.

Auch Sebastian Geissel unterstützt das Sportamt in anderen Bereichen. So habe er jeden Winter zusammen mit seinen Kolleg*innen die Pritschen des Marzili- und Lorrainebads «zwäg» gemacht: abmontieren, reparieren, schleifen und wieder anbringen.Was für Abenteuer ihn in der nächsten Camping-Saison erwarten, weiss er noch nicht.

Das sei auch der Reiz an seiner Arbeit, sagt Sebastian Geissel: «Jeder Tag sei abwechslungsreich und bringt etwas Neues – so solle es bleiben.».

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