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Stadt Bern erhebt Einsprache gegen Spurausbau Grauholz

2022-10-20 06:05:03
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Quelle: Stadt Bern

Der Gemeinderat will nicht, dass die Autobahn A1 zwischen Wankdorf und Schönbühl um je eine Spur erweitert wird, wie die Stadt Bern ausführt.

Er erhebt deshalb Einsprache gegen das geplante Projekt. Der Spurausbau im Grauholz steht für den Gemeinderat im Widerspruch zu den Klimazielen des Bundes und der Stadt und wirkt sich negativ auf die Interessen der Stadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner aus.Das Projekt sieht auf dem Autobahnabschnitt Wankdorf-Schönbühl unter anderem den Ausbau von je einer Fahrspur vor, so dass künftig je vier Spuren pro Richtung zur Verfügung stehen werden.

Die massive Kapazitätserweiterung führt fraglos zu mehr Verkehr und mehr Emissionen im Grossraum Bern. Die negativen Auswirkungen betreffen damit auch das gesamte städtische Gebiet rund um die Nationalstrassenabschnitte der A1, A6 und A12 sowie die städtischen Autobahnanschlüsse.Die Stadt sei gestützt auf die Umweltgesetzgebung verpflichtet, ihre Bürgerinnen und Bürger vor Lärm, Luftschadstoffen und Klimagasen zu schützen.

Zudem habe sie ein grosses Interesse daran, dass das heute schon stark ausgelastete städtische Strassennetz nicht noch zusätzlich belastet wird. Der Spurausbau Grauholz stellt die Ziele der städtischen Energie- und Klimastrategie in Frage und sei nach Auffassung des Gemeinderats auch nicht vereinbar mit der Klimastrategie 2050 des Bundes, mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null zu senken.Angesichts der Tatsache, dass gemäss Daten des Bundesamts für Umwelt im Jahr 2019 der Strassenverkehr für rund 32% der CO2-Emissionen in der Schweiz verantwortlich war, gehen derartige massive Autobahnprojekte, die einzig auf eine Kapazitätserweiterung zielen, für den Gemeinderat in die falsche Richtung.

Zu berücksichtigen sei auch die enorme Flächenbeanspruchung durch zusätzliche Fahrspuren. Sie führt zu mehr Bodenversiegelung und habe negative Auswirkungen auf das Grundwasser sowie auf die Landschaft.Sofern mit der Einsprache kein Verzicht auf das Projekt erwirkt werden kann, fordert die Stadt Bern dessen Sistierung und eine Überprüfung der Notwendigkeit im Sinne einer gesamtverkehrlichen Betrachtung.

Insbesondere sollen dabei Möglichkeiten eines gezielten Verkehrsmanagements, die Auswirkungen von Sharing-Angeboten, eine vermehrte Umlagerung auf den Schienenverkehr und den im Zusammenhang mit der Pandemie feststellbaren Trend zu vermehrtem Homeoffice berücksichtigt werden.Der Gemeinderat sei sich bewusst, dass die Mobilitätsnachfrage weiter ansteigt. Die Stadt Bern solle auch künftig gut erreichbar bleiben.

Dies solle jedoch durch eine bessere Vernetzung der bestehenden Verkehrsmittel gewährleistet werden und nicht durch mehr Autobahnspuren. Die Reisenden können so frühzeitig vom Auto auf den öffentlichen Verkehr, das Velo oder Sharing-Angebote umsteigen..

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