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Janine Wicki ist im August 50 geworden – ein guter Zeitpunkt, um innezuhalten. Nach fünf Jahren verlässt sie das Generalsekretariat der BSS, das sie seit 2021 zuerst als Co-Generalsekretärin und dann als Generalsekretärin geleitet hat. Die MAZ hat nachgefragt.
Janine Wicki ist im August 50 geworden – ein guter Zeitpunkt, um innezuhalten. Nach fünf Jahren verlässt sie das Generalsekretariat der BSS, das sie seit 2021 zuerst als Co-Generalsekretärin und dann als Generalsekretärin geleitet hat. Die MAZ hat nachgefragt.Es geht bei meinem Entscheid nicht um die Dauer der Anstellung und es geht auch nicht um das Amt. Ich habe den Entscheid aufgrund meiner Lebensplanung getroffen. Ich werde dieses Jahr 50. Angekommen in der Mitte des Lebens spüre ich, dass es Zeit ist, Bilanz zu ziehen und mir in Ruhe zu überlegen, was ich will, wo ich in den nächsten 10 bis 12 Jahren sein will, was ich machen oder nicht mehr machen möchte.Die grösste Herausforderung war die Kommunikation meinem Team gegenüber. Ich hatte Respekt davor, denn ich arbeite sehr gerne mit allen zusammen. Das Team war einerseits sehr enttäuscht, hatte aber, nachdem sich der erste Schreck gesetzt hatte, auch Verständnis. Auch nach der Information zu meiner Kündigung an die Kaderleute innerhalb der Stadtverwaltung war ich sehr berührt von den vielen wertschätzenden Reaktionen, die ich erhalten habe. Was ich besonders eindrücklich fand, war, wie viele Kolleg*innen mir zu meinem Mut, diesen Entscheid zu fällen, gratuliert haben.Es ist eine unglaublich vielseitige Stelle. Es war für mich sehr befriedigend, für eine Direktion zu arbeiten, die sich per se in einem politischen Kontext bewegt und die mit den sozialen, Bildungs- und Sportthemen gleichzeitig so nah bei den Menschen ist.Auch die Zusammenarbeit mit den Gemeinderätinnen – in den ersten Jahren mit Franziska Teuscher und jetzt mit Ursina Anderegg – war bereichernd. Ich habe beide menschlich und fachlich sehr geschätzt. In der täglichen Arbeit mit dem Team im Generalsekretariat war für mich ein Highlight, dass es uns auch in sehr anspruchsvollen Situationen gelungen ist, den Humor nicht zu verlieren.Und es ist cool, was die Leute der ganzen Stadtverwaltung tagtäglich für die Stadt leisten, das finde ich sehr eindrücklich. Ich weiss jetzt schon, dass ich gerne an die Zeit in der BSS zurückdenken werde.Belastend sind Themen, die in einen aussergewöhnlichen medialen Fokus geraten wie das Ende der Classes bilingues, Citysoftnet oder zuletzt die Geschichte im «Paradiesli“ im Marzili. Solche Zeiten sind für die Mitarbeitenden sehr belastend. Wenn Themen so stark medial bearbeitet werden, ist dies auch für die Generalsekretär*innen mit viel Aufwand verbunden. Frustrierend war in solchen Situationen manchmal das Gefühl, dass die Klicks in der Tagespresse wichtiger sind als das, worum es inhaltlich wirklich geht.Ich will mich von all den Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, richtig verabschieden. Danach mache ich Ferien mit meiner Familie und nachher schaue ich weiter. Ich werde die Freiheit, die ich mir geschaffen habe, nutzen, um ergebnisoffen zu schauen, in welche Richtung es weitergehen könnte.Janine Wicki wird die Stadtverwaltung Ende September 2026 verlassen. Am 1. Oktober tritt Rahel Ruch ihre Nachfolge als Generalsekretärin der Direktion für Bildung, Soziales und Sport (BSS) an.