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Grosse Diamantensammlung für die Forschung an Universität Bern gestiftet

Diamanten sind weit mehr als nur Schmuck: Als natürliche Archive bewahren sie einzigartiges Wissen über die Geschichte unseres Planeten. Die Universität Bern erhält nun eine der grössten Diamantensammlungen der Welt für Forschung und Lehre. Die Sammlung wird von Dr. Jeffrey W. Harris und seiner Ehefrau Francesca Harris an die Universität Bern gestiftet. Die Sammlung soll unter anderem zur Entdeckung neuer Mineralien beitragen und Hinweise zur Entstehung des Erdinneren liefern.(Feed generated with FetchRSS)

  • Grosse Diamantensammlung für die Forschung an Universität Bern gestiftet
    Grosse Diamantensammlung für die Forschung an Universität Bern gestiftet (Bild: Universität Bern)
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    Grosse Diamantensammlung für die Forschung an Universität Bern gestiftet (Bild: Universität Bern)
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    Grosse Diamantensammlung für die Forschung an Universität Bern gestiftet (Bild: Universität Bern)
2026-09-22 23:25:02
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Quelle: Universität Bern

Diamanten sind weit mehr als nur Schmuck: Als natürliche Archive bewahren sie einzigartiges Wissen über die Geschichte unseres Planeten. Die Universität Bern erhält nun eine der grössten Diamantensammlungen der Welt für Forschung und Lehre. Die Sammlung wird von Dr. Jeffrey W. Harris und seiner Ehefrau Francesca Harris an die Universität Bern gestiftet. Die Sammlung soll unter anderem zur Entdeckung neuer Mineralien beitragen und Hinweise zur Entstehung des Erdinneren liefern.Diamanten faszinieren nicht nur durch ihren einzigartigen Glanz, sondern auch durch die Geschichten, die sie aus den Tiefen der Erde erzählen. Da Diamanten chemisch inert, das heisst, extrem widerstandsfähig und chemisch nahezu unveränderlich sind, sind sie wie Zeitkapseln, die wertvolle Informationen über die Bedingungen ihrer Entstehung bewahren. Die ältesten datierten Diamanten sind etwa 3,5 Milliarden Jahre alt, die jüngsten rund 55 Millionen Jahre – damit umfassen sie einen bemerkenswerten Teil der 4,6 Milliarden Jahre alten Erdgeschichte. Manche Diamanten enthalten winzige Einschlüsse von hochdichter Flüssigkeit, Schmelze oder Mineralien im Innern. Durch die Untersuchung dieser Einschlüsse können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblicke in die Entwicklung unseres Planeten gewinnen.Die Untersuchung solcher Einschlüsse ist jedoch nur möglich, wenn Diamanten(-sammlungen) für Forschung und Lehre zur Verfügung stehen. Eine solche Sammlung heisst «The Harris Diamond Collection». Nun wird «The Harris Diamond Collection» von den bisherigen Eigentümern Dr. Jeffrey W. Harris, Honorary Research Fellow an der School of Geographical and Earth Sciences der University of Glasgow, und von seiner Ehefrau Francesca Harris, an die Universität Bern gestiftet, die als Zentrum für Diamantenforschung gilt. Eine der führenden Forschenden, die künftig mit der Sammlung forschen wird, ist Suzette Timmerman, Professorin für Isotopengeologie am Institut für Geologie der Universität Bern. Nach über zehnjähriger Zusammenarbeit mit Dr. Jeffrey W. Harris wählte dieser Suzette Timmerman als Nachfolgerin für die Aufsicht der Sammlung.Suzette Timmerman untersucht anhand der in Diamanten eingeschlossenen Flüssigkeiten, Schmelzen und Mineralien die chemische Entwicklung des Erdmantels, die Abläufe der Plattentektonik über die Zeit sowie die Entstehungsprozesse der Diamanten. «Meine Untersuchungen sind insbesondere dank der einzigartigen Infrastruktur an der Universität Bern möglich. Die Universität Bern verfügt als eine der wenigen Universitäten weltweit über eine eigene Diamantschleifscheibe, eine Diamantbrechanlage, modernste Massenspektrometrie für hochpräzise Isotopenanalysen sowie über weitere hochspezialisierte Anlagen und Methoden, um chemische Zusammensetzungen von Materialien räumlich sichtbar zu machen», sagt Timmerman.Bei der «The Harris Diamond Collection» handelt es sich um die grösste Diamantensammlung für Forschung und Lehre weltweit. Sie umfasst über 29’000 Rohdiamanten mit einem durchschnittlichen Wert von 10 US-Dollar pro Diamanten. Damit ist der materielle Wert der Sammlung beschränkt, für die Forschung sind die Diamanten jedoch umso bedeutsamer. «Diese grosse Anzahl an Diamanten bedeutet, dass für viele weitere Jahrhunderte Forschung damit betrieben werden kann», sagt Timmerman.Die Rohdiamanten stammen aus Afrika, Südamerika, Nordamerika, Asien und Ozeanien. Die Diamanten wurden von der Diamond Trading Company (DTC) in London für wissenschaftliche Forschungszwecke an Dr. Jeffrey W. Harris gespendet; jede Spende ist durch die Original-Schenkungsurkunde dokumentiert. Die Sammlung wird ausserhalb der Universität aufbewahrt.Die Sammlung soll zukünftig zur Entdeckung neuer Mineralien sowie zur Erforschung der Bewegung von Flüssigkeiten im Erdmantel und des sogenannten tiefen Kohlenstoffkreislaufs genutzt werden. «Die Beschaffung von Diamantproben für die Forschung ist immer ein langwieriger Prozess, der stark von Unternehmen abhängt, die Diamanten für die Forschung spenden. Die ‘The Harris Diamond Collection’ macht die Untersuchung von Diamantproben viel einfacher», sagt Timmerman.Viele Proben in der Sammlung stammen von Orten, die nicht mehr zugänglich sind und noch nicht untersucht wurden. Timmerman erklärt: «Die Erforschung der Diamantensammlung wird deshalb dazu beitragen, einen umfassenderen regionalen und globalen Überblick über die Prozesse der Diamantenbildung und die Veränderungen im Erdmantel zu erhalten.» Ein besseres Verständnis der Bedingungen der Diamantenbildung durch die Forschung wird zudem helfen, neue Diamantenvorkommen zu finden. «Dies ist dringend notwendig, da Diamanten viele praktische Anwendungen haben, beispielweise in der Medizin oder in der Industrie, und viele Diamantenminen sich dem Ende ihrer Lebensdauer nähern», so Timmermann. Bis zu einem gewissen Grad könne der Bedarf an Diamanten beispielsweise im Bereich der Medizin oder für Bohrer in der Industrie durch synthetische Diamanten gedeckt werden, aber derzeit werde der Markt noch weitgehend von natürlichen Diamanten beherrscht.Die Landmassen der Erde bilden durch die Plattentektonik von Zeit zu Zeit riesige Superkontinente. Die Geologin Suzette Timmerman von der Universität Bern erforscht mit Diamanten die Geschichte des Erdmantels unter dem Superkontinent Gondwana.Das Institut für Geologie betreibt international anerkannte Grundlagenforschung zur Entstehung und Entwicklung der Erde sowie angewandte Forschung, zum Beispiel zu Naturgefahren, CO2-Speicherung, Geothermie und Abfallentsorgung. Um geologische Prozesse zu erkennen und zu verstehen, untersuchen Forschende am Institut für Geologie mit modernsten Methoden und Analysegeräten in gut ausgestatteten Laboren die in der Natur vorkommenden Gesteine und deren Bestandteile. Das Bachelorstudium «Erdwissenschaften» ermöglicht Studierenden eine Kombination von Vorlesungen, Seminaren, Laborarbeit, Exkursionen und Feldarbeit in einer kollegialen Atmosphäre mit individueller Betreuung. Im anschliessenden Masterstudium in Zusammenarbeit mit der Universität Fribourg können sich Studierende ihren Interessen folgend in vielen unterschiedlichen erdwissenschaftlichen Disziplinen spezialisieren.



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