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Wissenschaft

Satellitenmission mit Berner Beteiligung

Sonnenstürme können Satelliten aus ihrer Bahn werfen. Eine von der ETH Zürich geleitete Mission mit Beteiligung des Astronomischen Instituts der Universität Bern im Weltraum soll ab 2030 dabei helfen, das Weltraumwetter besser vorherzusagen.(Feed generated with FetchRSS)

  • Satellitenmission mit Berner Beteiligung
    Satellitenmission mit Berner Beteiligung (Bild: Universität Bern)
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    Satellitenmission mit Berner Beteiligung (Bild: Universität Bern)
2026-11-03 08:25:03
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Quelle: Universität Bern

Sonnenstürme können Satelliten aus ihrer Bahn werfen. Eine von der ETH Zürich geleitete Mission im Weltraum mit Beteiligung des Astronomischen Instituts der Universität Bern soll ab 2030 dabei helfen, das Weltraumwetter besser vorherzusagen.Wenn die Sonne besonders aktiv ist, hat das Auswirkungen bis zur Erde. Starke Sonneneruptionen können die oberen Schichten der Atmosphäre aufheizen und ausdehnen. Das hat Auswirkungen auf Satelliten, die die Erde in verhältnismässig niedrigen Umlaufbahnen umkreisen. Sie fliegen dann durch eine dichtere Atmosphäre und werden stärker abgebremst. Dadurch sinken sie und das Kollisionsrisiko steigt. So führte beispielsweise ein starker Sonnensturm im Mai 2024 dazu, dass sich die Dichte der Atmosphäre vervielfachte und fast die Hälfte der rund 10’000 aktiven Satelliten ihre Flugbahnen korrigieren mussten. Wie stark sich die obere Atmosphäre bei solchen Ereignissen verändert, lässt sich bis heute nur ungenau vorhersagen. «Die obere Atmosphäre gehört zu den am wenigsten verstandenen Bereichen des erdnahen Weltraums», sagt Louise Harra, Direktorin des Weltstrahlungszentrums am Physikalisch-Meteorologischen Observatoriums Davos und assoziierte Professorin an der ETH Zürich. Sie hat die wissenschaftliche Leitung der Satellitenmission inne. Um die Auswirkungen der Sonnenaktivität auf die obere Atmosphäre der Erde und die Umlaufbahnen von Satelliten besser zu verstehen, entwickelt die ETH Zürich gemeinsam mit dem Physikalisch-Meteorologischen Observatorium Davos, der Universität Bern und der EPFL den Forschungssatelliten ETHOS. Der Name steht für «Earth Thermosphere & Heliophysics Observing Satellite». Der rund 25 bis 30 Kilogramm schwere Kleinsatellit soll ab 2030 in einer Höhe von etwa 550 Kilometern Daten zur Sonne und zur oberen Atmosphäre sammeln. ETHOS vereint mehrere wissenschaftliche Instrumente auf einem Satelliten. Während der Satellit selbst von einem kommerziellen Anbieter stammen wird, werden Expertinnen und Experten der ETH und ihrer Partner die verschiedenen Instrumente entwickeln und beisteuern. Diese Instrumente messen die von der Sonne abgestrahlte Energie, beobachten Röntgen- und extreme Ultraviolettstrahlung bei Sonneneruptionen und erfassen Veränderungen in der Ionosphäre, einer elektrisch geladenen Schicht der oberen Erdatmosphäre. Zusätzlich bestimmen sie die Umlaufbahn des Satelliten mit hoher Präzision. Die Kombination dieser Messungen ist neu. Dadurch vereint die Forschung in der Schweiz erstmals ihr Wissen, um präzise zu untersuchen, wie Schwankungen der Sonnenaktivität die Ionosphäre verändern und wie sich dies auf die Dichte der oberen Atmosphäre und den Luftwiderstand von Satelliten auswirkt. Gleichzeitig leistet ETHOS einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Beobachtung der Sonnenstrahlung. Diese Daten sind für die Klimaforschung von grosser Bedeutung und müssen über Jahrzehnte hinweg ohne Unterbruch erfasst werden. Mehrere Missionen, die die Sonnenstrahlung heute messen, enden um das Jahr 2030. ETHOS soll helfen, diese Messreihe ohne Lücke weiterzuführen. Die ETH Zürich war bereits an mehreren Weltraummissionen beteiligt und entwickelte Instrumente, die im All eingesetzt werden. So stammen einzelne Komponenten des James-Webb-Space-Teleskop von der ETH und ETH-Forschende entwickelten das Seismometer der Marsmission Insight der Nasa.  An der Mission beteiligen sich Forschungseinrichtungen aus der ganzen Schweiz. Das Physikalisch-Meteorologischen Observatorium Davos steuert Instrumente zur Beobachtung der Sonnenstrahlung bei. Benedikt Soja, Professor für Weltraumgeodäsie an der ETH Zürich, entwickelt mit seinem Team kompaktes Instrument, das Signale von Navigationssatelliten wie GPS empfängt. Damit misst es die Elektronendichte in der Ionosphäre und bestimmt die Bahn des Satelliten so genau, dass sich ermitteln lässt, wie stark die obere Atmosphäre ihn abbremst.  Die Universität Bern bringt ihre Expertise in der satellitengestützten Laserentfernungsmessung am Observatorium Zimmerwald sowie in der Weltraumwetterforschung ein. Und die EPFL prüft den Einsatz einer neuen hochempfindlichen Kamera als Test für zukünftige Weltraumanwendungen. An ETHOS sollen auch Studierende mitarbeiten. Unter Anleitung des Teams von ETH Zürich Space übernehmen sie Aufgaben in der Systementwicklung, beim Zusammenbau, bei Tests und im Betrieb.  



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