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Monitoring: Wirtschaftsraum Bern übersteht das Krisenjahr 2020 relativ gut

2021-03-04 11:05:03
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Quelle: Stadt Bern

Der Wirtschaftsraum Bern verzeichnete im Jahr 2019 eine überdurchschnittliche Wirtschaftsleistung, zu diesem Resultat kommt das aktuelle Monitoring von BAK Economics, wie die Stadt Bern schreibt.

Die Studie zeigt auch, dass der Wirtschaftsraum Bern das Corona-Jahr 2020 besser überstanden habe als die meisten Vergleichsregionen in der Schweiz.Im Auftrag der Stadt Bern und des Bereichs Wirtschaft der Regionalkonferenz Bern-Mittelland habe BAK Economics dieses Jahr zum dritten Mal den Wirtschaftsraum Bern ökonomisch analysiert und mit fünf Schweizer Städten inklusive den dazugehörenden Agglomerationen verglichen (Zürich, Basel, Genf, Lausanne, Luzern). Der Wirtschaftsraum Bern umfasst 33 der 77 Gemeinden der Regionalkonferenz Bern-Mittelland.Das aktuelle Monitoring zeigt, dass sich der Wirtschaftsraum Bern punkto Wirtschaftsleistung pro Kopf im Jahr 2019 mit 121 784 Franken unter den Top 3 der sechs untersuchten Wirtschaftsräume befindet.

Einzig Basel mit 150 335 Franken und Zürich mit 146 130 Franken erzielten eine höhere Wirtschaftsleistung pro Kopf. Hinter dem Wirtschaftsraum Bern folgen Genf mit einer Pro-Kopf-Leistung von 113 418 Franken, Lausanne mit 100 144 Franken und Luzern mit 83 987 Franken.

Der Schweizer Durchschnitt liegt beim Bruttoinlandprodukt pro Kopf bei 84 299 Franken.Punkto Wirtschaftswachstum schnitt der Wirtschaftsraum Bern in den Jahren 2017 und 2018 unterdurchschnittlich ab (2017: 0,54; 2018: 1,56 Prozent). Der Schweizer Durchschnitt lag in diesen Jahren bei 1,58 beziehungsweise 3 Prozent.

Dafür erzielte der Wirtschaftsraum Bern im Jahr 2019 ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum. Er liegt mit einem Wachstum von 2,04 Prozent an zweiter Stelle hinter Basel mit einem Wachstum von 5,36 Prozent.Die Gründe für das gute Wachstum im Jahr 2019 im Wirtschaftsraum Bern seien die sehr dynamischen Entwicklungen in der Pharma-Industrie und die gute Entwicklung im Gesundheits- und Sozialwesen.

Zudem sei auch der öffentliche Sektor nach einem Rückgang in den Jahren 2017 und 2018 wieder gewachsen. Die Wachstumsimpulse im Wirtschaftsraum Bern stammten in den Jahren vor dem Pandemiejahr 2020 hauptsächlichen aus der Stadt Bern.Das Jahr 2020 stand im Zeichen der Krise.

In den sechs untersuchten Räumen sei einzig in Basel das Wirtschaftswachstum mit plus 0,3 Prozent leicht positiv. Besser als der Schweizer Durchschnitt von minus 3,1 Prozent haben Genf mit minus 1,7 Prozent und der Wirtschaftsraum Bern mit minus 2,1 Prozent abgeschnitten.

Unterhalb des Schweizer Durchschnitts lagen Lausanne, Zürich und Luzern.Der Grund, weshalb der Wirtschaftsraum Bern etwas weniger von der Krise getroffen wurde als die anderen untersuchten Räume, sei die relativ krisenresistente Branchenstruktur, die nicht zuletzt geprägt sei von der öffentlichen Verwaltung sowie von den grossen Infrastrukturkonzernen wie Swisscom, Post und SBB. Wichtige weitere Branchen seien die Informations- und Kommunikationsindustrie, die Pharma-Industrie und der Detailhandel, die ebenfalls verhältnismässig gut gewachsen sind.Mit einem Anteil von 20 Prozent an der Wertschöpfung und einem Anteil von über 20 Prozent an der Beschäftigung wirkt der öffentliche Dienst im Wirtschaftsraum Bern stabilisierend auf die Konjunktur.

Dieser Anteil an der Wertschöpfung und Beschäftigung des öffentlichen Sektors seien aufgrund der Hauptstadtfunktion im nationalen Vergleich Höchstwerte.Beim Detailhandel zeigt sich allerdings eine deutliche geografische Verschiebung der Nachfrage. In städtischen Zentren der Schweiz war der Rückgang der Ausgaben im Detailhandel während des Lockdowns viel grösser als in der Agglomeration.

Auch nach dem Lockdown habe sich dieses Einkaufsverhalten fortgeführt, was zu einer geringeren Kompensation des Konsums in der Stadt als in der Agglomeration zur Folge hatte. Deutlich sei ausserdem die Verschiebung vom stationären Handel zum Onlinehandel im Bereich der Nicht-Lebensmittel (alle Güter ausser Lebensmittel, Getränke und Tabak).

Während des ersten Lockdowns betrug diese Verschiebung mehr als 50 Prozent. Auch nach dem Lockdown werden deutlich mehr Güter im Onlinehandel bestellt als noch im Jahr 2019.Von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie überdurchschnittlich stark getroffen seien dagegen das im Wirtschaftsraum Bern wichtige Gesundheitswesen mit minus 4.4 Prozent und besonders der Tourismus.

Sowohl die Gastronomie und insbesondere die Beherbergung haben im Jahr 2020 sehr stark unter der Krise gelitten. So ging die Wertschöpfung im Krisenjahr im Gastgewerbe im Wirtschaftsraum Bern um knapp einen Drittel zurück (WRB: minus 31.8 Prozent).

Im Schweizer Durchschnitt ging die Wertschöpfung um 32.2 Prozent zurück.Anfang März fanden die ersten Lockerungen der Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie statt. Die Ökonomen von BAK Economics erachten es als wichtig, die Hygiene- und Distanzregeln weiter strikt zu beachten, um die Dauer der Corona-Krise zu verringern.

Die Stadt und die Agglomerationsgemeinden können durch regelmässige Kontrollen und gezielte Kommunikation dazu beitragen, die Dauer der Krise zu verringern, die Akzeptanz der Massnahmen zu fördern und die Zuversicht in der Bevölkerung aufrecht zu erhalten.Weiter erachtet es BAK Economics als wichtig, die in Not geratenen Unternehmen zu unterstützen, um Massenkonkurse abzuwenden und die Konsumkraft zu erhalten. Nebst der nationalen und kantonalen Hilfe leistet die Stadt Bern Corona-Notunterstützung, um an sich gesunde Unternehmen das Überleben zu sichern.

Die wichtigsten Informationen zu der Corona-Notunterstützung der Stadt Bern seien auf der Seite Wirtschaftsamtes der Stadt Bern publiziert..

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