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Neupositionierung des Alters- und Pflegeheims Kühlewil

2021-05-10 10:05:02
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Quelle: Stadt Bern

Die Stadt Bern will das Alters- und Pflegeheim Kühlewil in eine neue Trägerschaft überführen, wie die Stadt Bern schreibt.

Das Heim solle Teil der Versorgungskette der gemeinnützigen Stiftung Siloah in Gümligen werden. Den Betrieb von Kühlewil solle eine Aktiengesellschaft übernehmen, an welcher sich Siloah zu 80 Prozent und die Stadt Bern zu 20 Prozent beteiligen.

Vorgesehen sei der Verkauf der Liegenschaften für 12 Millionen Franken an die Siloah Immobilien AG. Diese Lösung sichert nach Auffassung des Gemeinderats das gute Betreuungsangebot von Kühlewil sowie gute Arbeitsbedingungen für das Personal.

Zudem werde die Stadt Bern dadurch finanziell entlastet. Die Stimmbevölkerung befindet voraussichtlich im November 2021 über das Geschäft.Das Alters- und Pflegeheim Kühlewil (APHK) in Englisberg (Gemeinde Wald) sei die einzige noch von der Stadt Bern selber geführte Institution im Altersbereich.

Das oberhalb Kehrsatz gelegene Heim Kühlewil verfügt über 149 Plätze, welche aber nur noch zu einem Viertel von Personen aus der Stadt Bern belegt werden. Weil ältere Menschen immer häufiger in ihrem bisherigen Quartier wohnen bleiben wollen, verlor das im Grünen gelegene Heim zunehmend an Attraktivität für Stadtbernerinnen und Stadtberner.

Die meisten Alters- und Pflegeheime in Bern setzen zudem auf eine integrierte Versorgung. Sie bieten also auch Dienstleistungen für das Wohnen zuhause an.

In der Stadt Bern gibt es mit 39 Alters- und Pflegeheimen ein ausreichendes und vielseitiges Angebot an Heimplätzen. Kühlewil, das nicht Teil einer Versorgungskette ist, habe als Einzelheim daher kaum eine Zukunftsperspektive.Handlungsbedarf ergab sich aber auch aus finanziellen Gründen: Der Heimbetrieb war in den letzten Jahren trotz umfangreicher Sparmassnahmen defizitär.

Hinzu kommt, dass in naher Zukunft in Kühlewil bedeutende bauliche Investitionen anstehen. «Mit der heute vorgestellten Lösung muss die Stadt nötige Investitionen von über 20 Millionen Franken nicht selber bezahlen und die städtische Rechnung werde jährlich um rund eine Million Franken entlastet», erläutert Gemeinderat Michael Aebersold, Direktor für Finanzen, Personal und Informatik.

Die betriebsnotwendigen Liegenschaften in Kühlewil sollen für 12 Millionen Franken an die Siloah Immobilien AG verkauft werden.Die Stadt sucht seit einiger Zeit nach einer Lösung, die sicherstellt, dass das Heim auch künftig Dienstleistungen von hoher Qualität und faire Arbeitsbedingungen anbieten könne und für allen Bevölkerungsschichten offensteht – vor allem auch für sozial und wirtschaftlich wenig privilegierte Menschen. Umfangreiche Abklärungen ergaben, dass das Alters- und Pflegeheim Kühlewil nur in einem Heimverbund wirtschaftlich geführt werden kann.

Mit der Stiftung Siloah in Gümligen konnte eine nicht gewinnorientierte Partnerin gefunden werden, welche bereits verschiedene Altersinstitutionen führt.Die Stadt Bern zieht sich jedoch nicht vollständig aus dem Heimbetrieb zurück: Vorgesehen sei die Gründung einer Aktiengesellschaft, an der sich die gemeinnützige Stiftung Siloah mit 80 Prozent und die Stadt mit 20 Prozent beteiligen. Damit knüpft die Stadt an derselben Lösung an, wie sie mit Domicil Bern seit vielen Jahren gelebt wird.Die städtische Sozialdirektorin Franziska Teuscher betont, dass die Kooperation mit der gemeinnützigen Stiftung Siloah eine hervorragende Lösung sei: «Die hohe Qualität der Pflege und Betreuung bleibt für alle heutigen und künftigen Bewohnerinnen und Bewohner gewährleistet und das Personal behält gute Arbeitsbedingungen.

Kühlewil habe dank dieser Zusammenarbeit als Institution eine gesicherte Zukunft.»Zuversichtlich sei auch die Stiftung Siloah: «Der Heimbetrieb könne im Siloah-Verbund mit den bisherigen Qualitätsstandards kostendeckend geführt werden. Das Heim Kühlewil ergänzt die Bewohnerangebote der Stiftung optimal», sei Martin Gafner, Präsident Stiftungsrat der Stiftung Siloah und Präsident Verwaltungsrat Siloah AG, überzeugt.Ein wichtiges Anliegen der Stadt Bern sei es, dass die Mitarbeitenden in Kühlewil zu vergleichbaren Arbeitsbedingungen in der neuen Trägerschaft arbeiten können.

Den bisherigen Mitarbeitenden werde nicht nur der heutige Lohn, sondern auch das Pensionsalter und die Rentenhöhe garantiert, und sie bleiben in der Personalvorsorgekasse der Stadt Bern versichert. Die Stiftung Siloah habe sich darüber hinaus bereit erklärt, dass die Siloah Kühlewil AG nach einem positiven Entscheid der Stimmbevölkerung zum Geschäft auf der Basis des Personalreglements der Siloah Gruppe Vertragsverhandlungen im Hinblick auf einen Firmen-GAV aufnehmen wird.

Das Personalreglement der Siloah Gruppe bietet grundsätzlich gute Arbeitsbedingungen, welche über die Standards im Langzeitpflegebereich im Kanton Bern hinausgehen.Damit die neue Lösung umgesetzt werden kann, braucht es die Zustimmung der Stimmberechtigten der Stadt Bern. Voraussichtlich im November sollen die Bernerinnen und Berner über den Verkauf der Liegenschaften in Kühlewil an die Siloah Immobilien AG sowie über drei Kredite von gesamthaft rund 2,8 Millionen Franken abstimmen.

Die Kredite umfassen Verpflichtungen der Stadt, hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Übergang der Arbeitsverhältnisse an die neue Betreiberin. Der nächste Schritt zur Neupositionierung des Heims Kühlewil folgt in den kommenden Monaten, wenn sich der Stadtrat mit der Vorlage befasst..

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