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Denkmalpflegepreis 2021 - Ausgezeichnet: Neuer Abschnitt im Lebenszyklus eines Wohn- und Gewerbehauses

2021-05-18 09:05:03
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Quelle: Kanton Bern

Für den Umbau des Wohn- und Gewerbehauses in Koppigen erhalten Fabienne und Matthias Birrer den Denkmalpflegepreis 2021 das Kantons Bern, wie der Kanton Bern meldet.

Sie haben den Charakter des Hauses bewahrt und bereits für die nächste Nutzungsphase vorausgedacht. Die Erhaltung des Hauses sei auch für das Ortsbild ein grosser Gewinn.Während mehrerer Jahre hatte das grosse Wohn- und Gewerbehaus von 1877 leer gestanden, sogar sein Abbruch stand zur Diskussion.

Für ein Projekt, das den tiefgreifenden Umbau des Hauses und die Erstellung von Einfamilienhäusern in der Hofstatt vorsah, fanden die Vorbesitzer jedoch keine Interessenten. Auf der Suche nach einem neuen Zuhause für ihre Familie stiessen Fabienne und Matthias Birrer per Zufall darauf.

Das Haus gefiel ihnen. Sie sahen das Potenzial, welches in dem grosszügigen Gebäude steckte und fassten den Mut, sich auf seine Weiterentwicklung einzulassen.Gemeinsam mit einem erfahrenen Architekten gingen sie die Planung des Vorhabens an.

Der Architekt vertiefte sich in einem ersten Schritt in die Baugeschichte des Hauses und erstellte eine präzise Massaufnahme. In diesen Plan wurden die Bedürfnisse der Bauherrschaft eingefügt und so das Bestehende neu bespielt.

Dabei nahm man die Vielteiligkeit des Gebäudes als Chance wahr. Die Bauherrschaft wünschte sich eine möglichst flexible Nutzung, passte sich jedoch dem Haus an, damit es seinen Charme behalten konnte.

Auch für die nächste Bauetappe habe man bereits weitergedacht: Das Gebäude könne in ein Cluster-Wohnhaus mit bis zu fünf unabhängigen Wohneinheiten umgebaut werden. Wohnzimmer, Küche, Wirtschaftsräume und Garten seien für die gemeinsame Nutzung vorgesehen.

Die Zugänge und Anschlüsse seien erstellt, auch für das noch nicht ausgebaute Dachgeschoss.Die teilweise erhaltene historische Ausstattung wurde mit viel Liebe zum Detail restauriert und ergänzt. Die Täfer und Holzböden der früheren Stuben wurden ausgebaut, repariert und angepasst.

Die beiden Kachelöfen wurden restauriert; die alten kleinen Küchenherde dienen nun zum Einfeuern. Der grösste Eingriff sei jedoch die Innendämmung.

Um den Raumeindruck nicht durch übertiefe Fensterleibungen zu verfälschen, wurde ein möglichst schlanker Wandaufbau gewählt. Für dessen bauphysikalische Berechnung zog die Denkmalpflege einen zusätzlichen Spezialisten bei.Mit ihrem Engagement habe die Bauherrschaft dem Gebäude einen neuen Lebensabschnitt ermöglicht, ohne seinen Charakter zu verändern.

Möglich wurde dies durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten – und dadurch, dass alle mit viel Begeisterung mit dabei waren. Die Übergabe der Urkunden werde aufgrund der aktuellen Lage rund um das Coronavirus in kleinem Rahmen direkt vor Ort stattfinden.Denkmalpflegepreis Die Denkmalpflege und die Fachkommission für Denkmalpflege des Kantons Bern vergeben 2021 mit der Fachzeitschrift «UMBAUEN+RENOVIEREN» als Medienpartnerin zum zwölften Mal den Denkmalpflegepreis an eine Bauherrschaft, die in Zusammenarbeit mit der Fachstelle ein Baudenkmal sorgfältig restauriert und nach den eigenen Bedürfnissen weiterentwickelt hat.

Bild anzeigen Für den Umbau des Wohn- und Gewerbehauses in Koppigen erhalten Fabienne und Matthias Birrer den Denkmalpflegepreis des Kantons Bern. Sie haben den Charakter des Hauses bewahrt und bereits für die nächste Nutzungsphase vorausgedacht.

(Foto: Alexander Gempeler) Bild anzeigen Das grosse Wohn- und Gewerbehaus stammt von 1877. Im ehemaligen Wirtschaftsteil waren früher die Sattlerei und zeitweise auch die Poststelle untergebracht. Für das ländliche Ortsbild sei auch der grosse Garten sehr bedeutend.

(Foto: Alexander Gempeler) Bild anzeigen Die ehemalige Tenne sei heute Dreh- und Angelpunkt einer grosszügigen Wohnung. (Foto: Alexander Gempeler) Bild anzeigen Um den Raumeindruck nicht durch übertiefe Fensterleibungen zu verfälschen, wurde für die Innendämmung ein möglichst schlanker Wandaufbau gewählt.

(Foto: Alexander Gempeler) Bild anzeigen Die Küche sei im früheren Stall untergebracht. Die hölzerne Stallwand zwischen Küche und Wohnzimmer sei original erhalten.

Sie wurde Stück für Stück demontiert und nach Einbau der neuen Gebäudehülle wieder eingesetzt. (Foto: Alexander Gempeler).

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