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«Wir müssen Vielfalt als Normalität sehen»

  • «Wir müssen Vielfalt als Normalität sehen»
    «Wir müssen Vielfalt als Normalität sehen» (Bild: Stadt Bern)
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    «Wir müssen Vielfalt als Normalität sehen» (Bild: Stadt Bern)
2021-07-23 10:05:03
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Quelle: Stadt Bern

Seit März gibt es das Kompetenzzentrum Integration nicht mehr, wie die Stadt Bern meldet.

Aus der Dienststelle seien zwei separate geworden (s. Kasten unten): der Asylsozialdienst (neu dem Sozialamt angehängt) und die Fachstelle für Migrations- und Rassimsusfragen (FMR).

Für das Team der FMR habe sich kaum etwas geändert. Zwar habe der Name gewechselt, aber: «Der Auftrag und die Tätigkeit bleiben gleich», sagt Susanne Rebsamen, Leiterin der neuen Fachstelle, im Interview.

Sie übernehmen eine Querschnittsfunktion – insbesondere wenn es darum geht, die Verwaltung für das Thema Diversität in Bezug auf Migration und Rassismus zu sensibilisieren.Abteilungen aus allen Direktionen gelangen mit verschiedenen Fragen an das Team: Wie können wir die Migrationsbevölkerung mit unseren Themen erreichen? Wie geht man mit Rassismusvorfällen im eigenen Team um? Soll eine Publikation übersetzt werden? Und wenn ja, in welche Sprachen? Welche Informationskanäle für die Migrationsbevölkerung gibt es überhaupt? Die FMR sei Teil von verschiedenen Arbeitsgruppen, berät telefonisch oder macht eine Triage per Mail. Sie organisiert aber auch Workshops oder Teamanlässe.

Gerade habe die Fachstelle mit der Fachkonferenz Diversität ein Merkblatt herausgebracht, wie Vielfalt auch in der Kommunikation abgebildet werden kann. «Es geht darum auf blinde Flecken hinzuweisen und Lücken zu schliessen», erklärt Rebsamen.

Sie wollen den Abteilungen helfen, Brücken zur Migrationsbevölkerung zu schlagen.«Ich denke, es sei allen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung klar, dass die Stadt nicht nur aus Frau Müller und Herr Meier mit zwei Kindern und mittlerem Einkommen besteht.» Trotzdem würden viele Angebote mit diesen Stereotypen im Hinterkopf erstellt. Es müsse ein Sensorium für die vielfältige Gesellschaft entwickelt werden.

Dabei könne die Fachstelle unterstützen, denn: «Wir haben den Blick dafür ja bereits lange trainiert und schärfen diesen immer wieder neu.»Das macht die Fachstelle nicht nur gegen aussen, sondern auch gegen innen: Die Vielfalt der Stadt spiegelt sich nicht in der Stadtverwaltung wider, so Rebsamen. Gerade einmal acht Prozent seien ausländische Mitarbeitende oder Personen mit Migrationshintergrund – gegenüber mindestens einem Viertel in der Bevölkerung.

«Teilhabe fängt bereits bei der Zusammensetzung der Teams an.» Wer nicht mit am Tisch sitzt, werde oft vergessen. «Wir müssen ein Selbstverständnis schaffen».

Und das gehe nur, wenn «wir Vielfalt als Normalität sehen.»Mit der Reorganisation habe sich die Fachstelle für Migrations- und Rassismusfragen auch gleich vom Wort «Integration» getrennt. «Wir haben ein zwiespältiges Verhältnis zu dem Wort», erklärt Susanne Rebsamen.

Bei Integration denken viele Leute sofort an Asylsuchende – dabei machen diese von der Migrationsbevölkerung eigentlich nur einen Bruchteil aus. Das Wort «Integration» wecke das Bild «Wir und die anderen»; das Fremde, dass sich in das Heimische einfügen müsse.

«Und das entspreche nicht dem Bild der gelebten Gesellschaft. Die Migration sei Normalität und Alltag; gerade in der Stadt Bern», so Rebsamen.«Wir seien glücklich mit der neuen Organisation und dem neuen Namen», so Rebsamen.

Der Name trage nämlich auch dem Umstand Rechnung, dass längst nicht alle, die Rassimuserfahrungen machen, auch eine eigene Migrationserfahrung haben. Rassismus könne mit einer Migrationserfahrung zusammenkommen, müsse das aber nicht.

«Wir haben in der Zusammenarbeit mit externen Organisationen, die sich im Bereich Rassismus engagieren, gemerkt, dass es speziell ist, wenn wir unter dem Label Integration auf Leute zugehen, die hier zu Hause sind, hier geboren und aufgewachsen sind.»Im Rahmen der Neustrukturierung des Asyl- und Flüchtlingsbereiches im Kanton Bern (NA-BE) per Juli 2020 habe die Stadt Bern als regionale Partnerin diverse zusätzliche Aufgaben im Asyl- und Flüchtlingsbereich übernommen. Diese Aufgaben waren bislang beim Kompetenzzentrum Integration (KI) und anderen externen Organisationen angesiedelt.

Auf den 1. März 2021 wurden diese Tätigkeiten ins Sozialamt überführt. Neu sei dort der Asylsozialdienst zuständig (Telefon: 031 321 60 36 / Mail: asylsozialdienst@bern.ch).Im Weiteren koordinierte das Kompetenzzentrum Integration die städtischen Bestrebungen zur Teilhabe der Migrationsbevölkerung sowie zur Bekämpfung von Rassismus.

Diese Aufgaben wurden bislang vom Fachbereich «Information und Vernetzung» des Kompetenzzentrums Integration erbracht. Künftig werde dieser Fachbereich als Bereich «Fachstelle für Migrations- und Rassismusfragen» direkt der Direktorin für Bildung, Soziales und Sport unterstellt (Telefon: 031 321 72 00 / Mail: fmr@bern.ch). .

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