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Beizug externer Expertinnen und Experten - Kanton soll vermehrt auf Eigenleistungen setzen

2021-08-20 09:05:03
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Quelle: Kanton Bern

Die Kosten für externe Expertinnen und Experten beim Kanton Bern haben seit 2016 innert drei Jahren um rund 29 Prozent zugenommen, wie der Kanton Bern berichtet.

Damit diese Ausgaben nicht weiterhin sukzessive zunehmen, solle der Regierungsrat handeln. Zu dieser Beurteilung kommt die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates in ihrem Bericht, den sie zur Behandlung in der Herbstsession 2021 verabschiedet hat.Die GPK habe die Finanzkontrolle (FK) beauftragt, den Beizug externer Expertinnen und Experten in der Kantonsverwaltung im Rahmen einer Sonderprüfung vertieft zu analysieren.

Die GPK interessierte dabei unter anderem die Kostenentwicklung, aber auch, für welche Tätigkeiten externe Mandate vergeben werden und welche Vorgaben dafür bestehen. Die FK stellte in ihrem Bericht innert drei Jahren einen starken Anstieg der Ausgaben um 29 Prozent auf rund 43 Millionen Franken fest, wogegen sich der gesamtstaatliche Aufwand in dieser Zeit lediglich um 10 Prozent erhöhte.

Der überproportionale Anstieg sei unter anderem auf verschiedene grosse kantonale IT-Projekte zurückzuführen. Die Direktionen nehmen Beratungsdienstleitungen sehr unterschiedlich in Anspruch, wobei der Schwerpunkt der Beratungstätigkeit zunehmend im Umfeld der Informatik liegt.Gestützt auf die Erkenntnisse der Finanzkontrolle habe die GPK einen eigenen Bericht Link öffnet in einem neuen Fenster.

(PDF, 468 KB, 13 Seiten) erstellt. Darin sei die Kommission zum Schluss gekommen, dass dem Kanton Bern eine gesamtkantonale Strategie fehlt, wie mit dem Einsatz Dritter umgegangen werden soll.

Aus Sicht der Kommission sei es zentral, dass dies definiert wird. Dabei muss der Grundsatz gelten, mehr auf Eigenleistung zu setzen und personelle Ressourcen zur Unterstützung des bestehenden Kantonspersonals möglichst zu reduzieren.

Das Kantonspersonal muss mehr Eigenverantwortung übernehmen und die zentralen Aufgaben selber ausüben, damit die Ausgaben für externe Expertinnen und Experten nicht weiterhin sukzessive zunehmen.Zusätzlich zu einer Strategie braucht es nach Auffassung der GPK auch klare Vorgaben für die Vergabe von Aufträgen. Es muss klar sein, an welchen Kriterien sich der Kanton orientiert, wenn er externe Aufträge vergibt.

Andernfalls besteht das Risiko, dass der Einsatz von externen Beratungen sehr unterschiedlich und teilweise unwirtschaftlich erfolgt. Bevor externe Aufträge vergeben werden, braucht es somit eine dem Auftrag angemessene Wirtschaftlichkeitsberechnung mit Kosten/Nutzen-Überlegungen.Abgeschlossene Dienstleistungsverträge mit Dritten werden im Kanton Bern bisher nicht gesamtstaatlich gesteuert oder koordiniert und Kontrollmechanismen fehlen.

Eine wichtige Grundlage, um dies überhaupt zu ermöglichen, seien eine einheitliche IT-Systemlandschaft und saubere Datenstrukturen. Um Kosten einzusparen und Synergien zu nutzen, schlägt die Kommission in diesem Bereich vor, einen Pool mit Fachpersonen einzurichten, um einerseits mit bestehenden Personalressourcen einen gesamtstaatlichen Austausch zu ermöglichen und andererseits mit zusätzlichen internen Expertinnen und Experten mehr auf Eigenleistung zu setzen.

Da selbst die beste Strategie nur dann etwas bringt, wenn sie auch umgesetzt wird, sei aus Sicht der Kommission ein entsprechendes Controlling zentral. Schliesslich sollten beim weiteren Vorgehen in allen aufgezeigten Bereichen unbedingt die Chancen genutzt werden, welche sich mit der Einführung des ERP-System eröffnen..

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