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Daniel Schaffner: «Die Corona-Krise stand bei niemandem auf dem Wunschzettel»

  • Daniel Schaffner: «Die Corona-Krise stand bei niemandem auf dem Wunschzettel»
    Daniel Schaffner: «Die Corona-Krise stand bei niemandem auf dem Wunschzettel» (Bild: Stadt Bern)
2021-11-03 15:05:04
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Quelle: Stadt Bern

Corona-Krise, Stadthaushalt und Sparpaket: Daniel Schaffner hatte kurz vor seiner Pension eine turbulente Zeit, wie die Stadt Bern mitteilt.

Der Finanzverwalter schaut nach elf Jahren bei der Stadtverwaltung zusammen mit der MAZ zurück.Ich verlasse die Stadtverwaltung mit überwiegend guten Gefühlen. In diesen elf Jahren haben wir viel erreicht.

Sämtliche Budgets wurden von den Stimmberechtigten mit grosser Mehrheit angenommen. Wir haben das neue Rechnungslegungsmodell HRM2 eingeführt und konnten bis Ende 2018 ein ansprechendes Eigenkapitalpolster aufbauen.

Leider gelang es wegen des steigenden Investitionsbedarfs und dem Ausbau des Leistungsniveaus nicht, in den letzten Jahren die Verschuldung spürbar zu reduzieren.Die grösste Herausforderung werde sein, den Haushalt im Gleichgewicht zu behalten. Um den Anstieg der Verschuldung bremsen und die zukünftigen Investitionen nachhaltig finanzieren zu können, braucht es im Stadthaushalt Überschüsse in der Grössenordnung von rund 20 Millionen Franken jährlich.

Zudem müssen die Entstehung eines Bilanzfehlbetrages und damit die Unterstellung unter kantonale Aufsicht unter allen Umständen vermieden werden. Jedes Ausgabenwachstum und jeder Stellenausbau müssen kritisch hinterfragt werden.

Immerhin laufen aktuell Grossprojekte an, beispielsweise die Fusion mit Ostermundigen.Ja, eine solche Krise stand wirklich bei niemandem auf dem Wunschzettel. Die Krise habe uns gelehrt zwischen wichtigen und weniger wichtigen Aufgaben zu unterscheiden.

Homeoffice wurde zur Alltäglichkeit und habe dank unseren Informatikdiensten und der Flexibilität unserer Mitarbeitenden bestens funktioniert. Finanziell habe sich die Corona-Krise vor allem auf der Kostenseite und bei den Gebührenerträgen spürbar ausgewirkt.

Bei den Steuererträgen der juristischen Personen werden wir die Auswirkungen der Krise erst 2021/2022 kennen. Diese seien zudem sehr branchenabhängig.

Die Stadt hatte aber nie Probleme, sich am Kapitalmarkt die nötige Liquidität zu beschaffen.Die Sparpläne wurden vom Gemeinderat minutiös erarbeitet und seriös ausdiskutiert. Es sei äusserst wichtig, dass die Entlastungsmassnahmen nun auch konsequent umgesetzt werden.

In Zukunft müssen neue Ausgaben und neue Investitionsprojekte wohl sehr kritisch hinterfragt und einer klaren Priorisierung unterworfen werden. Meines Erachtens muss dem Schuldenabbau in Zukunft eine höhere Priorität eingeräumt werden.Sparen sei nie einfach.

Viele Interessengruppen wollen mitreden, es bestehen komplexe Abhängigkeiten und übergeordnete gesetzliche Regelungen. Ein Sparpaket, bei dem alle beteiligten Parteien in etwa gleich unzufrieden sind, sei meines Erachtens ein ausgewogenes Sparpaket.Da möchte ich zwei Dinge hervorheben.

Ein schöner Erfolg war das Erreichen des zweitbesten Kreditratings von Moody’s. Die Stadt habe hier das Prädikat Aa1 erhalten.

Damit erhalten wir bessere Zinssätze für Fremdfinanzierungen. Wenn wir das Rating in den kommenden Jahren halten können, werde die Stadt damit Zinskosten in Millionenhöhe sparen.

Als weiteren Erfolg möchte ich das Projekt FISBE erwähnen (Finanzielles Steuerungs- und Berichterstattungssystem), das wir mit dem Stadtrat erarbeitet haben. Dabei habe mir vor allem die konstruktive Arbeit mit allen Beteiligten gefallen.

Es sei uns innert kurzer Zeit gelungen, für einen komplexen Themenkreis tragfähige Lösungen auszuarbeiten und durch die zuständigen Gremien genehmigen zu lassen. FISBE befindet sich nun in der Umsetzung und solle per 1. Januar 2023 zum Einsatz kommen..

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