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Partizipation online fördern

  • Partizipation online fördern
    Partizipation online fördern (Bild: Stadt Bern)
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    Partizipation online fördern (Bild: Stadt Bern)
2021-12-09 15:05:03
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Quelle: Stadt Bern

Die Idee ist nicht brandneu, aber in Zeiten von Corona umso aktueller: ePartizipation, wie die Stadt Bern berichtet.

«Wir merkten, dass wir mit analogen Partizipationsinstrumenten nicht alle Berner*innen erreichen können», sagt Nadine Heller, die beim Tiefbauamt für die Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raums verantwortlich ist. Besonders während der Pandemie wurde spürbar, dass digitale Formen fehlten, um die breite Bevölkerung in Projekte der Raumgestaltung einzubeziehen.

Klassische analoge Formate wie Strassenbefragungen und Begleitgruppen seien zudem erfahrungsgemäss sehr ressourcenintensiv. Beim Projektmanagement können daher digitale Tools einfache Schritte automatisieren helfen, indem sich zum Beispiel automatisch Anmeldebestätigungen verschicken lassen.

Derartige Aspekte seien heute Qualitätsstandards, die trotz städtischer Sparmassnahmen von einer smarten Hauptstadt erwartet werden, sei Heller überzeugt. Als Mitglied einer Arbeitsgruppe des Städteverbandes weiss sie von anderen Schweizer Städten, dass ePartizipations-Möglichkeiten bereits erfolgreich im Einsatz sind.

Ihr Wunsch ist, dass dies auch bald in Bern der Fall ist.  «ePartizipation solle analoge Partizipationsformen nicht ersetzen, sondern vielmehr neue Kombinationen ermöglichen», erklärt Heller.

Im mehrtägigen Innovations-Workshop lag der Fokus ihres Teams daher auf der Frage, wie man die Bevölkerung im Zeitalter der Informationsflut und der Pandemie analog wie online besser erreichen kann, um sie für eine zeit- und ortsunabhängige Partizipationsform zu motivieren. Ein QR-Code auf einem Plakat etwa könnte Passanten in der Stadt auf ein neues Projekt und eine laufende Online-Umfrage aufmerksam machen.Mit dem ersten Innovations-Zyklus, einem neuen Innovationsservice für städtische Mitarbeitende, sei Heller «sehr zufrieden»: «Wir haben wichtige Erkenntnisse gewonnen, wie sich verschiedene Partizipationsmöglichkeiten kombinieren lassen.» Welches marktführende Tool dafür in Frage kommt, war aufgrund von Vorarbeiten laut Heller schon vorgängig klar.

«Aus meiner Sicht hätte man in unserem Fall den Workshop noch stärker straffen und auf zwei bis drei Tage kürzen können.» Inhaltlich fand Heller die Tage spannend, aber herausfordernd: Sich in eine Person wie eine alleinerziehende Mutter hineinzudenken half ihrem Team zu identifizieren, welche Probleme diese im Alltag erlebt und wie sie an Quartierprojekten mitwirken möchte. Hellers Team führte Experteninterviews zum Beispiel mit Matthias Tobler, dem Gründer von Urbane Dörfer und befragte ebenfalls direkt die Zielgruppe auf der Strasse.

Externe Erfahrungen flossen so mehrfach in den städtischen Innovationsprozess ein. Basierend auf der weiterentwickelten Idee gestaltete ein UX-Designer innert kurzer Zeit einen Prototypen für die ePartizipation, damit man sieht, wie die Partizipation online abläuft, wie die Plattform aussehen könnte und wie man sich als User*in konkret darin bewegen kann.«Ich bin selbst ein visueller Mensch», sagt Heller.

«Der erarbeitete Output half dem Team, den Prozess der Jury gegenüber erfolgreich zu erklären und sie für die Umsetzungsidee zu begeistern.» Denn die Konferenz Digital Stadt Bern (KDSB) schickte das Team in den Innovationsservice, um feststellen zu können, ob das vom Team favorisierte Tool wirklich das Passende ist, um das Mitgestaltungsbedürfnis abzudecken und die Online-Partizipation in Bern gezielt zu fördern.Dieses Ziel wurde erreicht. Auch Jonathan Gimmel, Vorsitzender der KDSB und Mitglied der Jury, sei nun vom Nutzen des Pilotprojekts überzeugt: «Im Sinne der städtischen Digitalstrategie möchte die Stadt Bern neue Partizipationsformate fördern, um Betroffene zu Beteiligten zu machen und rascher innovative Dienstleistungen für alle zu ermöglichen.»Die Finanzierung des Pilots sei bereits durch die Dienststelle gesichert.

Nun werde laut Heller das Tool beschafft und während zwei Jahren an Partizipationsprojekten in den verschiedenen städtischen Ämtern getestet. Das Tiefbauamt möchte das Instrument und andere für temporäre Massnahmen einsetzen,  etwa für die Aufwertung des Ansermetplatzes im Gäbelbach.

«Danach entscheiden wir, wie es weitergehen soll», erklärt Heller..

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