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Ist das Büro out, Roland Nydegger?

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    Ist das Büro out, Roland Nydegger? (Bild: Stadt Bern)
2022-02-28 12:05:03
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Quelle: Stadt Bern

Die meisten Corona-Massnahmen sind aufgehoben, Homeoffice wird nicht mehr empfohlen, wie die Stadt Bern meldet.

Viele Mitarbeitende der Stadtverwaltung gehen jetzt wieder häufiger ins Büro. Wichtig sei nun, nicht in alte Muster zurückzufallen, sagt Roland Nydegger, Leiter des Personalamts.Zwei Jahre Pandemie liegen hinter uns.

Was habe sich in Bezug auf unsere Arbeitskultur verändert? Es sei eine neue Normalität angebrochen – das steht für den Leiter des Personalamts Roland Nydegger fest. Die Bedeutung des Büros habe sich geändert, aber auch das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden.

Im Gespräch erklärt er, was in Bezug auf das zukünftige Arbeiten zentral ist.Roland Nydegger: Herzlichen Dank für die Nachfrage. Es geht mir gut, und ich schätze die wiedergewonnenen persönlichen Freiheiten in sämtlichen Lebensbereichen.

So freue ich mich auch über die zunehmende Büropräsenz meiner Mitarbeitenden und die sich daraus ergebenden informellen Gespräche über die vergangenen Zeiten, über die laufenden Entwicklungen, aber auch die anstehenden Veränderungen.Wir befinden uns in einer digitalen Transformation. Solche Changes beinhalten grosse Chancen! Diese wollen wir nutzen.

Genau jetzt sei es der richtige Moment, den durch die Pandemie beschleunigten Digitalisierungsschub aufzunehmen, den Arbeitsalltag neu zu denken und uns zu fragen, wie wir in Zukunft gelingend zusammenarbeiten. Wir sollten nicht der Versuchung erliegen, der Bequemlichkeit halber einfach wieder in die alten Muster aus der Zeit vor der Pandemie zurückzufallen.

Vielmehr geht es darum, in den nächsten Monaten herauszufinden, was im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten für jeden Einzelnen, für jede Einzelne der optimale Mix zwischen Homeoffice und Büroarbeit ist. Mit dieser ergebnisoffenen Entdeckungslust sollen sie in die neue Normalität starten.Es habe sich mit Sicherheit vieles geändert, insofern waren die zwei Jahre Pandemie eine grosse Lernphase.

Wir haben gelernt, dass sich viele unserer Tätigkeiten auch von einem anderen Ort aus erledigen lassen und dass mehr Flexibilität im Allgemeinen nicht zu schlechteren Arbeitsergebnissen führt. Ganz im Gegenteil führt sie oft zu einem besseren Output, weil Mitarbeitende zu Hause beispielsweise weniger abgelenkt seien und konzentrierter arbeiten können.Gleichzeitig haben sicher auch viele erfahren, dass die Nähe zwischen Arbeit und Privatleben nicht nur Vorteile bringt und etwas Abstand manchmal guttut.

Und was wir sicher alle gemerkt haben ist, wie stark uns unsere Arbeitskolleg*innen gefehlt haben – nicht nur als Sparringpartner im beruflichen Alltag, sondern auch zum persönlichen Austausch.Weder noch! Das Büro sei nicht out, aber seine Bedeutung ändert sich. Es werde zunehmend zum sozialen Treffpunkt und Ort des Austausches und verliert etwas die Bedeutung als Ort, wo ich meine Arbeit erledige und dann wieder nach Hause gehe.

Diesen zusätzlichen Anforderungen müssen wir gerecht werden: mit baulichen, aber auch mit weiteren organisatorischen Massnahmen wie Hybridlösungen oder der Schaffung von Räumen für Interaktionen.Bis heute seien keine direkten Rückmeldungen bei mir eingegangen. Im Personalamt haben wir uns jedoch seit Beginn der Pandemie regelmässig mit dem Thema Homeoffice auseinandergesetzt.

Nun nutzen wir die angekündigte 12-monatige Übergangsphase, in der Mitarbeitende zu rund 40 Prozent ihres Pensums von zu Hause aus arbeiten können, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Ziel sei es, ein für alle möglichst stimmig austariertes Gleichgewicht zwischen individuellen Bedürfnissen und betrieblichen Anforderungen einspielen zu lassen.Ich beobachte, dass sich das Verhältnis bereits geändert hat.

Für viele Führungskräfte war Homeoffice vor der Pandemie kein Thema, jetzt sei sie zur zentralen Arbeitsform geworden und der Betrieb läuft immer noch gut. Wichtig seien aus meiner Sicht zwei Dinge: Vertrauen und Verantwortung.

Es darf nicht unterschätzt werden, dass Arbeit auf Distanz anspruchsvoll sei und zwar sowohl für die Vorgesetzten als auch für die Mitarbeitenden.Insgesamt gilt es, die Führungskompetenzen sowie die Selbstmanagementkompetenzen noch weiter zu stärken. Der entscheidende Faktor sei die Vertrauenskultur.

Ist diese nicht oder noch nicht vorhanden, werde es auf die Dauer schwierig sein, ein Team zu führen, das teilweise im Homeoffice arbeitet.Der Gemeinderat habe sich schon vor einiger Zeit Gedanken gemacht, wie es mit Homeoffice weitergehen könnte. Bevor die definitiven Entscheide getroffen werden, werde zunächst eine Phase des bewussten Experimentierens stattfinden.

Diese Phase werde von einem Projektteam begleitet und ausgewertet. Zentral ist, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden ernst zu nehmen und sie ihre Arbeitsformen so gestalten zu lassen, dass sie einen guten Mix zwischen flexiblem Arbeiten und sozialen Interaktionen vor Ort gewährleisten können.

Um hierfür optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, sollten wir uns auch nach der Pandemie weiter darin üben, einander Vertrauen zu schenken und mit diesem Geschenk verantwortungsbewusst umzugehen..

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