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«Briefe an die Zukunft» gehen nun für 100 Jahre ins Stadtarchiv

2022-03-31 15:05:07
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Quelle: Stadt Bern

Stadtarchiv und Kornhausbibliotheken Bern sammelten in den letzten fünf Monaten über 700 Briefe von Bernerinnen und Bernern an eine fiktive Person im Jahr 2122. Zum Abschluss der Aktion wurden diese in Archivschachteln verpackt und ins Stadtarchiv überführt, wie die Stadt Bern schreibt.

Zugestellt werden die Briefe erst in 100 Jahren.Im Erlacherhof wurden 727 Briefe, die durch die Aktion «Briefe an die Zukunft» zusammengekommen sind, offiziell dem Stadtarchiv übergeben. Durch die Aktion erhielten Bernerinnen und Berner die Gelegenheit, sich mit einer persönlichen Nachricht direkt an zukünftige Generationen zu wenden.

Ihre Botschaft werde dadurch zu einem einzigartigen Vermächtnis der heutigen Zeit. Der Inhalt der Briefe sei geheim.

Diese werden erst in hundert Jahren an die auf den Couverts notierten Adressatinnen und Adressaten versandt. So lange bleiben sie im Stadtarchiv sicher aufbewahrt.Vor der definitiven Einlagerung im Stadtarchiv zogen die Initiant*innen ein Resümee zur Aktion.

Die Initiatorin, Caroline Stoller, erzählt, wie sie vor einiger Zeit auf ein ähnliches Projekt im deutschen Freiburg im Breisgau aufmerksam wurde. Eine kurze Zeitungsnotiz rief bei der Stationsleiterin Geburtshilfe im Inselspital so grosse Begeisterung hervor, dass sie sich mit Stadtarchiv und Kornhausbibliotheken in Verbindung setzte und diese um Unterstützung fragte.

Beide Institutionen zeigten sich sofort bereit, die Aktion «Briefe an die Zukunft» gemeinsam durchzuführen. Nach einem Jahr intensiver Vorbereitung stellte Caroline Stoller erfreut fest, dass das Interesse an dieser Form der Auseinandersetzung mit Gegenwart und Zukunft auch in Bern gross und das Projekt somit geglückt sei.Felix Hüppi, Direktor der Kornhausbibliotheken, zeigte auf, wie die Aktion abgelaufen ist.

So wurde unter anderem über BERNMOBIL und die Medien die breite Öffentlichkeit zum Briefe-Schreiben aufgefordert. Daneben beteiligten sich verschiedene Institutionen wie Schulen oder Altersheime an der Aktion.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung lasen Schülerinnen und Schüler des Kirchenfeldgymnasiums aus den Briefen vor, welche sie an die Zukunft geschickt haben. Diese ganz persönlichen Worte von Jugendlichen, die einen grossen Teil dieses Jahrhunderts erleben werden, geben einen einmaligen Einblick in das Denken der heutigen Generation und deren Wünsche an eine nächste.Beeindruckend seien die vielfältigen und teils auch originellen Adressen, die sich auf den Couverts finden.

Angesprochen werden in den Briefen zukünftige Nachkommen und Schüler*innen ebenso wie Bewohner*innen einer bestimmten Adresse oder einzelne Mitglieder des Gemeinderats. Eine spezielle Rolle habe auch der Stadtpräsident der Stadt Bern, der nicht nur auf diversen Briefen als Adressat aufgeführt sei – der aktuelle Stadtpräsident Alec von Graffenried habe auch selbst einen Brief an seinen Nachfolger in 100 Jahren geschrieben.Ein Schreiber richtet sich an einen 13-Jährigen, der gerne Velo fährt, andere schreiben einer Tierärztin, einem Atheisten, dem Schweizer Militär oder ganz einfach an jemanden, «den man gerne mag».

Die zukünftige Stadtarchivarin beziehungsweise der zukünftige Stadtarchivar werde bei der Zustellung der Briefe in 100 Jahren somit ziemlich gefordert sein.Schliesslich wurden die Briefe von Stadtarchivar Roland Gerber in Archivschachteln verpackt und ins Stadtarchiv überführt. Dort werden sie nun 100 Jahre lang verschlossen eingelagert und erst im Jahr 2122 wieder geöffnet.

Die Auszählung der eingegangenen Briefe sei noch nicht abgeschlossen – es werden schlussendlich jedoch deutlich über 700 Nachrichten sein..

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