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Friederike von Houwald: «Der Tierpark allein rettet die Welt nicht»

  • Friederike von Houwald: «Der Tierpark allein rettet die Welt nicht»
    Friederike von Houwald: «Der Tierpark allein rettet die Welt nicht» (Bild: Stadt Bern)
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    Friederike von Houwald: «Der Tierpark allein rettet die Welt nicht» (Bild: Stadt Bern)
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    Friederike von Houwald: «Der Tierpark allein rettet die Welt nicht» (Bild: Stadt Bern)
2022-07-06 08:05:03
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Quelle: Stadt Bern

Es ist kurz vor 10 Uhr, Dienstagmorgen – es verspricht ein schöner Tag in Bern zu werden; die Sonne brennt schon fast etwas zu heiss für die morgendliche Stunde, wie die Stadt Bern schildert.

Flamingos warten geduldig auf einem Bein stehend auf Futter. Während der Tierpfleger in Gummistiefeln den Begierden der pinken Vögel nachkommt, tritt Friederike von Houwald aus dem Eingang und schlängelt sich gekonnt an den Kindern, Eltern, Grossvätern und -müttern vorbei.

Die MAZ trifft die nicht mehr ganz so neue Tierpark-Direktorin zum Interview.Im Eulen Bistro, das im April neu eröffnet hat, spricht von Houwald enthusiastisch von ihren Anfängen: «Ich habe sehr schön gestartet. Bernd Schildger und die Kolleg*innen haben mich herzlich willkommen geheissen.» Ihr Vorgänger habe ihr am Anfang viel gezeigt, ihr die Leute vorgestellt.

Und dann sei Schildger schnell einmal in die Ferien gefahren. «Damit habe der Schwumm begonnen – nicht in der Aare, sondern im kalten Wasser», lacht Friederike von Houwald.

«Es war eigentlich gar nicht so schwierig, aber nach drei, vier Monaten habe ich gemerkt: Ich weiss eigentlich noch gar nichts.» Dieses Gefühl blieb auch nach sechs Monaten bestehen. Inzwischen sei sie aber eine ordentliche Strecke geschwommen: «Vom Nichtschwimmerbecken seien wir jetzt im normalen Schwimmbecken angekommen – aber das Wellenbad kommt erst noch.»Im Gespräch werde klar – ihr liegt viel daran, den Menschen zu zeigen, warum es den Tierpark braucht.

«Der Mensch entfernt sich immer mehr von der Natur; die Welt werde digitaler.» Die Tiere und ihre Lebensräume würden oft nur noch über den Fernseher oder das Handy erlebt. «Wir Menschen haben kein Verständnis mehr dafür, warum der Wald nicht aufgeräumt sein soll, warum es Totholz und Laub braucht.» Es sei aber wichtig, diese Zusammenhänge zu verstehen; «und da nehmen wir vom Tierpark eine wichtige Rolle ein», bekräftig Friederike von Houwald.

«Hier im Dählhölzli und Bärenpark ermöglichen wir Emotionen und schaffen Faszinationen.» An Führungen würden sie beispielsweise den Schädel oder die Krallen eines Wolfs genau anschauen oder das Fell streicheln. «Wir wollen, dass die Erlebnisse etwas in den Menschen auslösen, damit sie sich anders verhalten.» Das mache der Tierpark, ohne dabei den Zeigefinger zu heben, erklärt sie weiter.

Und es funktioniert: «Das Angebot sei extrem beliebt.» Das Programm «Chlini Dählhölzli Forscher» sei auf vier Jahre hinaus ausgebucht. Das freut die Tierpark-Direktorin natürlich.

Denn: «Wir schützen nur, was wir lieben. Wir lieben nur, was wir kennen.

Und wir kennen nur, was man uns beigebracht hat», zitiert sie den senegalesischen Forstingenieur Baba Dioum.Der Tierpark spricht und lehrt nicht nur über den Artenschutz, sondern setzt sich aktiv dafür ein. «Wir seien an internationalen Zuchtprogrammen beteiligt und tragen dadurch zum Arterhalt bei.» Manche Tierarten könnten sie dank dieser Programme wieder auswildern, andere Tierarten nicht.

«Teilweise seien die Lebensbedingungen in der Natur oder im ursprünglichen Habitat so schlecht, dass es nichts bringt, die Tiere wieder auszuwildern.» Wie zum Beispiel bei Schlangen oder Eidechsen: «Es gibt einen Pilz, der lasse die Tiere wie die Fliegen sterben.» Darum würden sie als Teil des Artenschutzes – gut geschützt vor dem tödlichen Pilz – Reservepopulationen halten.Friederike von Houwald weiss: «Der Tierpark allein rettet die Welt nicht – das sei einfach so. Aber wir können so viel erreichen, wenn wir mit anderen zusammenarbeiten und unsere Energien bündeln.» Ein gutes Beispiel, dass das funktioniert, sei das gemeinsame Projekt mit Stadtgrün Bern und dem Naturhistorischen Museum gegen das Insektensterben.

«Solche Projekte kommen dem grossen Ganzen zugute.»Im Tierpark Bern werden unter der fachkundigen und wissenschaftlichen Begleitung von Käferexpert*innen die seltenen Holzkäfer gezüchtet. Auf dem Areal des Tierparks entsteht ein sogenannter Vorzeige-«Käfer-Treff», welcher für die Lebensbedingungen der Käfer und einfache Fördermassnahmen im Privatgarten sensibilisiert.Stadtgrün Bern schafft mit weiteren Käfer-Treffs neue Lebensräume für seltene Käfer auf öffentlichen Flächen im gesamten Aareraum der Stadt Bern.

Mit Hilfe des Baumkompetenzzentrums werden zudem von seltenen Käfern bewohnte Bäume erfasst und wo immer möglich erhalten.Das Naturhistorische Museum eröffnet im Herbst 2023 eine Sonderausstellung zum Thema Insektensterben. Zudem stellt das Museum mit seinen sechs Millionen Objekten in der Sammlung ein wichtiges Archiv des Lebens dar.

Die Sammlung zeigt unter anderem auf, dass die Biodiversität rund um Bern in der Vergangenheit viel grösser war.Neben solchen grossen Kooperationen würden bereits kleine Projekte etwas bewirken, erklärt Friederike von Houwald. «Wichtig sei aber zu wissen, was man mit dem machen kann, was man schon hat», sagt sie und nennt als Beispiel das Bienenhäuschen.

«An und für sich eine süsse Idee, aber die Bienen brauchen Futter. Und nicht überall, wo die Bienenhäuschen stehen, habe es die geeignete Nahrung für die Bienen.» Man müsse sich mit der Komplexität des Tieres auseinandersetzen – wenn man das nicht mache, bringe das Bienenhäuschen leider nichts.

«Wir haben über 600 Bienen in der Schweiz und die meisten seien Bodenbienen – die gehen gar nicht in ein solches ‹Hüsli›, sondern in den Boden.» Deshalb sei Bildung so wichtig: «Wir möchten mit unserer Arbeit das Verhalten der Menschen nachhaltig prägen, damit sie die Zusammenhänge erkennen.»Bei ihren Worten werde zum wiederholten Mal klar: Friederike von Houwald sei mit Leidenschaft Tierpark-Direktorin. Leider sei sie nicht mehr so viel bei den Tieren, wie sie es früher gewesen sei.

«Das sei in meinem Job aber ja eigentlich logisch.» Umso mehr sei sie «stolz, dass ich hier mit Menschen zu tun habe, die sehr ähnlich ticken wie ich, die ein grosses Engagement und Lust auf Natur- und Artenschutz haben», sagt sie zum Abschied und bahnt sich ihren Weg zurück zur Arbeit – um die Welt wenigstens ein Stück weit zu retten..

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