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Kunstmuseum Bern: Start des Architekturwettbewerbs für Museumserneuerung – Vereinbarung mit Hansjörg Wyss unterzeichnet – Gemeinderat gibt wichtige Liegenschaft im Baurecht ab

2022-07-07 10:05:03
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Quelle: Stadt Bern

Für das Museumsprojekt mit Ersatzneubau startet der Architekturwettbewerb, wie die Stadt Bern mitteilt.

Das Preisgericht vereinigt internationale Expertise und regionale Sensibilität. Um die Erneuerung des Kunstmuseums zu ermöglichen, habe der Gemeinderat der Stadt Bern beschlossen, der Stiftung Kunstmuseum Bern das Gebäude Hodlerstrasse 6 kostenlos im Baurecht abzugeben.

Die Liegenschaft spielt beim Projekt für die Museumserneuerung eine Schlüsselrolle.Mit dem Projekt «Zukunft Kunstmuseum Bern» solle Bern ein modernes und attraktives Kunstmuseum erhalten. Die darauf abgestimmten Projekte der Stadt Bern zur Neugestaltung der Hodlerstrasse und zur Aufwertung des Bären- und Waisenhausplatzes bieten die Chance, den Stadtraum mit dem neu-en Kunstmuseum in Verbindung zu setzen und damit der gesamten Oberen Altstadt zu neuer Anziehungskraft zu verhelfen.Der nun startende Architekturwettbewerb für die Museumserneuerung fusst auf dem Grundkonzept «Zukunft Kunstmuseum Bern», das 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die wesentlichen Elemente seien das Gebäudeensemble mit dem Stettlerbau (als Hauptgebäude), einem Ersatzneubau (für den Atelier 5-Bau) und dem Gebäude Hodlerstrasse 6 (heute von der Kantonspolizei genutzt) sowie die Aufwertung der Hodlerstrasse mit neuem Verkehrsregime und Verschiebung der Ausfahrt des Metro-Parking. Ein Neubau anstelle der aufwändigen und ökologisch nicht sinnvollen Sanierung des Atelier 5-Baus stellt die beste Lösung dar – diese neue Perspektive hatte eine Machbarkeitsstudie 2018 nach drei gescheiterten Projekten eröffnet.

Das er-neuerte Gebäudeensemble ermöglicht dank effizientem und ressourcenschonendem Betrieb eine Vergrösserung der Fläche für die Kultur bei stabilen Bewirtschaftungskosten.Der Architekturwettbewerb werde nach den Regeln des schweizerischen Ingenieur- und Architekturvereins SIA durchgeführt; vorgesehen sei ein zweistufiges Verfahren mit vorgängiger Präqualifikation. Davon verspricht sich das Preisgericht ein vielfältiges internationales Teilnehmerfeld, das neben etablierten Büros auch Nachwuchsteams umfasst.In der Präqualifikation weisen die interessierten Architekt*innenteams ihre Eignung für die Aufgabe nach.

Gestützt darauf wählt das Preisgericht die bestgeeigneten Büros für den eigentlichen Projektwettbewerb aus. Diese setzen sich zunächst mit dem Städtebau auseinander, zeigen einen Ansatz für den architektonischen Ausdruck auf und erbringen den Nachweis der Grobfunktionalität (Stufe 1).

Die am besten geeigneten Beiträge werden an-schliessend weiterbearbeitet und präzisiert (Stufe 2). Am Schluss erfolgt die Wahl des Siegerprojektes.Das Preisgericht setzt sich aus Fachexpert*innen zusammen, die in verschiedenen Städten im In- und Ausland Erfahrungen in der Konzeption von Neubauten in einem sensiblen historischen Umfeld und in den Bereichen Nachhaltigkeit und Stadtklima gesammelt haben.

Dieses Wissen solle für Bern nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig sei die Jury regional verankert: Die Vertreter*innen der städtischen und kantonalen Politik sowie des Kunstmuseums kennen die lokalspezifischen Gegebenheiten und Notwendigkeiten und bringen damit eine zusätzliche Sicht ein.Präsidiert werde das Gremium von Thomas Hasler, ordentlicher Professor am Institut für Architektur und Entwerfen der TU Wien und geschäftsführender Partner des Büros Staufer & Hasler Architekten in Frauenfeld (CH).

2015 wurde das Büro für seine Arbeiten mit dem Prix Meret Oppenheim ausgezeichnet. Als Fachexperte und Jurymitglied habe Thomas Hasler bereits zahlreiche Architekturwettbewerbe, Studienaufträge und Testplanungen begleitet.Die Museumserneuerung solle in allen Dimensionen in Einklang mit den Nachhaltigkeitsstrategien von Kanton und Stadt Bern stehen und deren Ziele erreichen.

Ein ausführlicher Kriterienkatalog mit allen relevanten Aspekten der Nachhaltigkeit dient als Richtschnur für die Jury und fliesst in den Wettbewerb ein.Damit diese Zielvorgaben eingehalten werden, sei an verschiedenen Stellen anzusetzen: Gebäudeform, Energieversorgung, Baustoffe, Klima- und Lichttechnik. Mit Blick auf den geplanten Abriss des Atelier 5-Baus werde zu prüfen sein, ob Strukturen stehen gelassen werden können und sich damit graue Energie sparen lässt. Für Jonathan Gimmel, Präsident der Dachstiftung Kunstmuseum Bern – Zentrum Paul Klee sei klar: «Der Wettbewerb solle architektonische Antworten liefern auf die drängenden Fragen der Zeit: Kunst und Begegnung in Einklang mit Klimaschutz und Energieeffizienz.»Mit der geplanten Erneuerung solle das Kunstmuseum Bern besucher*innenfreundliche Ausstellungs- und Depoträume nach modernen Standards erhalten, sich zur Stadt und zum Aarehang öffnen und einem erweiterten und diverseren Publikum neue Kunsterlebnisse bieten.

Museen stehen im Konkurrenzkampf um attraktive Leihgaben und die Aufmerksamkeit der Besucher*innen. Zürich, Basel und Lausanne haben mit attraktiven Neubauten grosse Investitionen getätigt.

Bern könne ohne Verbesserung der Infrastruktur mit diesen Städten nicht mehr konkurrieren.«Die Besucherinnen und Besucher können sich auf ein Kunstmuseum der Zukunft freuen, das durch offene und lichte Räumlichkeiten neue Kunsterlebnisse ermöglichen wird», sagt Nina Zimmer, Direktorin des Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee.Um die geplante Erneuerung des Museums zu ermöglichen, habe der Gemeinderat der Stadt Bern an seiner Sitzung vom 29. Juni einen Baurechtsvertrag verabschiedet, der die kostenlose Abgabe des Gebäudeteils Hodlerstrasse 6 an die Stiftung Kunstmuseum Bern regelt. Die Liegenschaft spielt beim Erneuerungsprojekt eine Schlüsselrolle: Das Kunstmuseum erhält in direkter Nachbarschaft ein Gebäude für die Administration und muss so im geplanten Ersatzneubau keine neuen teuren Büroflächen bauen.Deshalb solle nun die Hodlerstrasse 6 betrieblich aus der bestehenden Gebäudegruppe – heute durch die Kantonspolizei genutzt und im Inventar der städtischen Denkmalpflege als schützenswert eingestuft – abgetrennt und in den künftigen Museumskomplex integriert werden.

Gleichzeitig habe der Gemeinde-rat die Eckwerte des Projektwettbewerbs inklusive Aufwertung der Hodlerstrasse genehmigt. Dem Baurechtsvertrag muss noch der Stadtrat zustimmen, der sich voraussichtlich im Herbst mit dem Geschäft befasst.Der Start der ersten Stufe des Projektwettbewerbs sei im Januar 2023 vorgesehen.

Aufgrund des teilweise schlechten baulichen Zustands der Gebäude sei eine möglichst frühzeitige Realisierung zwingend. Im Sinne einer Optimierung des Gesamtzeitbedarfs erfolgt die Präqualifikation parallel zum Stadtratsgeschäft.

Der Aufwand der Teams für die Präqualifikation sei verhältnismässig gering. Die Hauptarbeiten werden somit erst nach dem Stadtratsbeschluss anfallen.Die Hodlerstrasse erhält nach den Vorstellungen der Stadt ein völlig neues Gesicht durch eine Pflästerung und Begrünung mit einer Baumreihe.

Dank reduzierter Strassenfläche und Verschiebung der Metro-Parking-Ausfahrt können sich das Kunstmuseum und der Progr beziehungsweise der Gastrobetrieb Turnhalle nach aussen öffnen. Mit Ausnahme der Verkehrsspitzenzeiten am Morgen und am frühen Abend solle künftig nur noch Zubringerdienst gestattet sein für Anlieferungen, Notfalldienste und die Strassenreinigung.

Die Stadt Bern erarbeitet das Detailprojekt zusammen mit dem Kunstmuseum, dem Metro-Parking, den Anrainer*innen und den Wirtschaftsverbänden.Die von der Stadt parallel zur Museumserneuerung verfolgten und aufeinander abgestimmten Projekte zur Aufwertung der Hodlerstrasse und zur Neugestaltung des Bären- und Waisenhausplatzes ermöglichen die gesamtheitliche Aufwertung eines zentralen, für die Innenstadt wichtigen Perimeters. Entsprechend fliesst das Ziel einer aufgewerteten Hodlerstrasse in den Projektwettbewerb für den Neubau Kunstmuseum ein.Insgesamt rechnet der Finanzierungsplan mit Beiträgen von Privaten, Stiftungen und der Wirtschaft in der Höhe von 15 Millionen Franken.

Die Vorgespräche mit privaten Sponsor*innen laufen gut. Die eigentlichen Verhandlungen mit den möglichen Geldgeber*innen (Stiftungen, Burgergemeinde Bern etc.) können erst nach Abschluss des Wettbewerbs stattfinden, wenn das definitive Projekt vorliegt.

Zusagen gibt es bereits von Einzelpersonen. Noch in Abklärung seien die Kosten für die Neugestaltung der Hodlerstrasse und die Verlegung der Ausfahrt des Metro-Parking.

Dazu werden nach Vorliegen des Wettbewerbsergebnisses Aussagen möglich sein.Der Vertrag zwischen der Wyss Foundation und der Stiftung Kunstmuseum Bern wurde im April 2022 unterzeichnet. Hansjörg Wyss sei vom Projekt für die Erweiterung des Kunstmuseums ebenso überzeugt wie von der geplanten Neugestaltung der Hodlerstrasse: «Mit der Aufwertung der Hodlerstrasse seien wichtige Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Architekturwettbewerb geschaffen worden.

Ich freue mich, dass ich einen Beitrag zu einer nachhaltigen, zeitgemässen Weiterentwicklung des Kunstmuseums Bern leisten kann.» Wyss will sich als Mitglied des Sachpreisgerichts weiterhin für eine ambitionierte Berner Lösung engagieren.Der Vertrag der Wyss Foundation mit der Stiftung Kunstmuseum Bern basiert auf dem Grundkonzept «Zukunft Kunstmuseum Bern» von 2021, das partnerschaftlich entwickelt wurde. Dabei übernehmen die jeweiligen Bauträger bestimmte Kosten: Die Stiftung Kunstmuseum Bern finanziert mit einem kantonalen Beitrag und der Unterstützung von Mäzen Wyss die Museumsbauten.

Die Stadt übernimmt die Kosten für die öffentlichen Plätze und Strassen. Ausnahme bildet die Hodlerstrasse 6, welche die Stadt als Mitstifterin dem Kunstmuseum kostenlos im Baurecht zur Nutzung übergibt.

Für die Kosten zur Anpassung des Metro-Parking beziehungsweise die Aufwertung der Hodlerstrasse entschädigt das Kunstmuseum die Stadt Bern über einen öffentlichen Infrastrukturvertrag. Realisierbar sei das Projekt nur, wenn alle Partner ihre Beiträge leisten.Unabhängig vom Neubauprojekt sei die Sanierung des Stettlerbaus nötig.

Die Abklärungen zur Vorbereitung des Projektwettbewerbs haben aber gezeigt, dass bei einer gleichzeitigen Sanierung des Stettlerbaus die grössten Syner-gien zu erwarten seien und die Belastungen für die Anrainer*innen am geringsten ausfallen.Die bisherige Kostenschätzung für die Sanierung beruhte auf einer Zustandsanalyse und Investitionskostenrechnung aus dem Jahre 2012. Seither habe der Unterhaltsstau weiter zugenommen, da viele der damals vorgesehenen Massnahmen nicht ausgeführt wurden. Die integrale Sanierung des Stettlerbaus zeitgleich mit dem Neubau ermöglicht, nachhaltige Mehrwerte zu schaffen.

Damit das letztmals 1999 sanierte Gebäude auch energetisch auf dem neuesten Stand sei und wieder eine möglichst lange und ungestörte Betriebsdauer möglich wird, seien umfassendere Eingriffe nötig. Dadurch müssen die 2012 tiefer geschätzten Sanierungskosten auf 18,5 Millionen Franken angepasst werden.

Der Kanton Bern ermöglicht gemäss Kulturfördergesetz den Erhalt und die Entwicklung bedeutender Kulturinstitutionen, dies beinhaltet auch den Unterhalt der Immobilien des Kunstmuseums Bern..

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