Wirtschaft
Mit VERD.cash kann in ersten Berner Läden bargeldlos bezahlt werden. Ein Teil der Gebühren fliesst dabei nicht an internationale Zahlungsdienstleister, sondern in lokale Projekte.

VERD.cash: Debit-Karte mit Mehrwert. (Bild: RUE)
In Bern kann an ersten Standorten mit VERD.cash bezahlt werden. Die Prepaid-Karte funktioniert beim Einkauf ähnlich wie andere Bezahlkarten. Der Unterschied liegt vor allem darin, was mit den Gebühren geschieht, die bei Kartenzahlungen anfallen.
Bezahlt eine Kundin oder ein Kunde mit Karte, zahlt der Laden dafür eine Gebühr. Diese fliesst üblicherweise an Banken, Kartenanbieter und Zahlungsdienstleister. Bei VERD.cash beträgt die Gebühr laut Anbieter 0,6 Prozent. Ein Teil davon geht in einen Topf für die jeweilige Gemeinde. Wer eine Karte besitzt, kann später mitbestimmen, wofür das Geld lokal eingesetzt wird.
Einer der Berner Läden, in denen VERD.cash bereits akzeptiert wird, ist Onkel Urs. Dort sieht man in der Karte eine Möglichkeit, die ohnehin anfallenden Gebühren anders zu nutzen.
«Wir machen bei VERD.cash mit, weil mich die hohen Gebühren der anderen Kartenanbieter stören. Ich finde es sinnvoll, wenn die Gebühren, die ohnehin anfallen, hier bleiben und für lokale Projekte eingesetzt werden.»
Das sagt Lisa von Onkel Urs. Auch die technische Einrichtung sei unkompliziert gewesen.
«Die Einrichtung war sehr einfach. Innerhalb von etwa fünf Minuten war alles erledigt. Es brauchte kaum Aufwand, kostete nichts und war deutlich unkomplizierter als viele andere technische Lösungen.»
Obwohl das System einfach eingerichtet werden kann, wird es im Alltag offenbar noch selten genutzt. Auf die Frage, wie viele Kundinnen und Kunden bereits mit VERD.cash bezahlen, sagt Lisa:
«Noch zu wenige. Viele Leute kennen VERD.cash noch nicht. Ich hoffe, dass es einfach etwas Zeit braucht – wie eine gute Flasche Wein.»
Sie hofft, dass mehr Menschen erkennen, dass sie mit einer gewöhnlichen Zahlung zugleich ein lokales Projekt unterstützen können.
«Ich wünsche mir, dass möglichst viele Leute merken: Wenn ich die Karte ans Zahlungsterminal halte, kann ich damit auch ein Projekt in der Gemeinde unterstützen.»
Neben Onkel Urs kann VERD.cash in Bern und Umgebung unter anderem auch bei der Gelateria di Berna, im Märit Laden Wabern oder in der Äss-Bar genutzt werden.
Eine aktuelle Übersicht der Akzeptanzstellen ist auf der Seite mit den VERD.cash-Standorten zu finden. Wer die Karte selbst ausprobieren möchte, kann sie online über die Seite VERD.cash-Karte bestellen beziehen.
Die Idee hinter VERD.cash ist einfach: Kartenzahlungen sollen weiterhin bequem möglich sein, gleichzeitig soll ein Teil der Gebühren lokal wirksam werden. Je mehr Menschen die Karte nutzen und je mehr Geschäfte sie akzeptieren, desto grösser wird der Betrag, der für Projekte in der Gemeinde eingesetzt werden kann.
In Bern steht VERD.cash damit noch am Anfang. Die ersten Läden zeigen aber, wie eine alternative Bezahlkarte im lokalen Alltag funktionieren könnte.
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